Am Dorfrand von Gipf-Oberfrick, im Gebiet Leisacher, wurde früher Material abgebaut. Verfüllt wurde die entstandene Grube anschliessend in den Jahren 1968 bis 1979 mit rund 20 000 Kubikmeter Abfall: Hauskehricht, Bauschutt, Aushub und anderes wurde dort entsorgt.

Inzwischen ist die Müllhalde, die sich in Richtung Wittnau auf der linken Hangseite befand und nicht ganz bis zur Landstrasse hinunter reichte, längst zugedeckt. Das Areal wird seither landwirtschaftlich genutzt.

Historische Untersuchung beendet

Nach den gesetzlichen Bestimmungen müssen solche Abfalldeponien untersucht werden.

In einem ersten Schritt wurde nach Angaben des Gemeinderats Gipf-Oberfrick die sogenannte historische Untersuchung vor kurzem durch ein Fachbüro abgeschlossen: «Dabei wurde festgestellt, dass aufgrund der Art und Menge der Abfälle von einem erheblichen Schadstoffpotenzial ausgegangen werden muss. Deshalb ist auch noch eine technische Untersuchung nötig. Dabei werden Bodenproben und Proben beim unterliegenden Grundwasserstrom (Zustrom und Abstrom) sowie Sondierungen vorgesehen. Die genauen Massnahmen werden vorerst von der kantonalen Fachstelle für Umwelt und Gewässer beurteilt.»

Die Aargauer Zeitung erfuhr von Gemeindeschreiber Urs Treier, dass die weitere Untersuchung des früheren Deponieareals voraussichtlich nächstes Jahr durchgeführt wird.

An ein paar Stellen werden aus Bohrschlitzen Bodenproben entnommen und analysiert. «Es handelt sich bei den ganzen Untersuchungsmassnahmen um einen normalen Prozess, wie bei den anderen Gemeinden, die früher offene Kehrichtdeponien betrieben haben», stellte der Gemeindeschreiber fest.

Geld vom Kanton für Sanierung

In rund 180 Aargauer Gemeinden existieren zugeschüttete Abfallgruben, wie in Gipf-Oberfrick, bei denen abzuklären ist, ob von ihnen eine Umweltgefährdung ausgeht.

Erfolgen diese Abklärungen so, dass mit der Sanierung bis Ende 2017 begonnen werden kann, beteiligt sich der Kanton an den allfälligen Sanierungskosten mit 30 Prozent. Damit wird ein Anreiz geschaffen, die Altlastenthematik in den Gemeinden rasch anzugehen und mögliche Gefahrenquellen zu beseitigen.

Von den rund 1200 Deponien, die im aargauischen Kataster der belasteten Standorte eingetragen sind, handelt es sich bei rund 600 Standorten um Deponien mit einem wesentlichen Anteil an Siedlungsabfällen.

Ein Teil dieser alten Deponien gefährdet möglicherweise das Grundwasser oder ein Oberflächengewässer. Bei vielen ehemaligen Müllhalden ist zur Klärung der Situation eine sogenannte Altlastenuntersuchung nötig.

Gemeinden mit Sanierungsbedarf

In 64 Gemeinden muss beziehungsweise musste bei 3 oder mehr Deponien der Sanierungsbedarf geklärt werden. In 116 Gemeinden sind es 1 oder 2 Deponien. In 36 Gemeinden gab es bezüglich alter Kehrichtdeponien keinen Abklärungsbedarf.