Rund 10 800 Franken hätte die Pensenerhöhung des Schulleiters und des Schulsekretariats die Gemeinde Schupfart gekostet. Eine Investition, welche die Stimmbürger offenbar überflüssig fanden. Denn am letzten Sonntag gaben sie der Schule einen Korb und lehnten die Erhöhung der Schulstellen um je fünf Prozent mit 188 zu 88 und 184 zu 96 Stimmen ab. Eine deutliche Abfuhr, die nun auch deutliche Konsequenzen nach sich zieht: Der Schulleiter Wanja Parisi reicht seine Kündigung ein.

Markus Obrist, Präsident der Schulpflege von Schupfart, kann den Entscheid von Parisi nachvollziehen. Das Abstimmungsergebnis sei frustrierend: «Wir sind erschlagen von dem schlechten Rückhalt in der Bevölkerung.» Obrist verweist auf eine kantonale Studie, worin dargelegt wird, dass mit sinkendem Schulleitungspensum die geleistete Überzeit steigt. Laut der Studie leisten Schulleiter, deren Pensum unter 55 Prozent beträgt, bis zu 154 Prozent der Soll-Jahresarbeitszeit. Auf diesen Ergebnissen basierend wollte der Gemeinderat schon an der Gemeindeversammlung im Juni das Pensum von Parisi von 25 auf 30 Prozent und dasjenige von der Schulsekretärin Jacqueline Hohler von 10 auf 15 Prozent erhöhen. Die Stimmberechtigten lehnten schon damals ab, worauf der Elternrat das Referendum ergriff und das Thema an die Urne brachte.

Pensum vielerorts schon erhöht

Warum die Bevölkerung die Pensenerhöhung ablehnte, ist für Obrist nicht nachvollziehbar. «Vielleicht war man zu schlecht informiert.» Denn in weit über 30 anderen Gemeinden im Kanton Aargau sei das Problem der zu kleinen Pensen erkannt und diese darauf hin bereits erhöht worden. «Warum also nicht auch in Schupfart?», fragt sich Obrist.

Kein Verständnis für das Abstimmungsresultat hat auch Peter Suter. Als Mitglied des Elternrates hat er sich nach der Gemeindeversammlung für das Zustandekommen des Referendums starkgemacht. «Die Leute schätzen die Arbeit unserer Schulverwaltung zu wenig. Dabei übernimmt der Schulleiter sehr viele und sehr wertvolle Aufgaben», sagt Suter. So zum Beispiel die vielen und langen Elterngespräche, die er oft nicht innerhalb seines Pensums bewältigen kann. «Ich finde es schade, dass der Schulleiter nicht die nötige Anerkennung für sein Engagement bekommen hat.»

Anonymer Brief

Bedauerlich sei laut Suter das anonyme Schreiben gewesen, das jemand vor der Abstimmung in die Briefkästen der Schupfarter Einwohner geworfen habe. Beim Verteilen des Briefes wurden offenbar gezielt Personen ausgelassen. Weder der Elternrat noch Obrist erhielten das anonyme Argumentarium. Das Schreiben zählt in Stichworten auf, warum die Stimmbürger die Pensenerhöhung ablehnen sollen. Suter und Obrist sagen, dass die Begründungen im Brief allesamt auf falschen Tatsachen beruhen.

Ob Schupfart nach dem Weggang von Parisi rechtzeitig wieder einen neuen Schulleiter findet, ist fragwürdig. Obrist sagt, er könne sich vorstellen, dass die Suche nach einer geeigneten Person schwierig werden könnte.