Frick
Grosse Solidarität: Die Asylunterkunft «Container-Dörfli» ist bezugsbereit

Am nächsten Mittwoch ziehen die ersten Asylsuchenden im Container-Dörfli ein – die Hilfsbereitschaft ist gross. «Die Unterbringung von Flüchtlingen ist eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft», sagt Daniel Suter, Gemeindeammann von Frick.

Thomas Wehrli
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Die Container im ehemaligen A3-Werkhof sind gestellt und werden von Christoph Urech, der beim Kanton für alle Bauprojekte im Bereich Asyl zuständig ist, kurz vor der Eröffnung inspiziert. Chris Iseli

Die Container im ehemaligen A3-Werkhof sind gestellt und werden von Christoph Urech, der beim Kanton für alle Bauprojekte im Bereich Asyl zuständig ist, kurz vor der Eröffnung inspiziert. Chris Iseli

Chris Iseli

Die Asylunterkunft im ehemaligen A3-Werkhof in Frick ist bezugsbereit. Die Container in den Werkhallen sind gestellt, der Gehweg Richtung Dorf ist asphaltiert, die Mittelinsel auf der viel befahrenen Hauptstrasse ist errichtet. Am nächsten Mittwoch werden die ersten Asylsuchenden in Frick erwartet; bei Vollbelegung werden bis zu 180 Flüchtlinge – alles alleinreisende, junge Männer aus Afghanistan, Iran, Irak und Syrien – im Containerdörfli leben.

Bis auf einige Zuckungen der SVP, die Anfang März ein Rechtsgutachten der Universität Zürich aufgeschreckt hatte, ist es ruhig im Dorf, ja: Die Stimmung ist abwartend-positiv. Das Gutachten kam zum Schluss, dass vorsorglich ausgesprochene Rayonverbote problematisch seien. Die SVP befürchtet deshalb, dass das Freibad zu einer Art «Schönwetter-Filiale» für die Asylunterkunft werden könnte. Diese Einschätzung teilen andere Politiker und Leute, die sich im Asylbereich engagieren, nicht.

Positive Grundstimmung

Die positive Grundstimmung zeigte sich auch am Mittwochabend, als weit über 100 Personen am Infoanlass der Kontaktgruppe Asyl teilnahmen (siehe Bericht unten). Gemeindeammann Daniel Suter bestätigt diesen Eindruck: «Die Fricker Bevölkerung steht der Unterkunft grundsätzlich positiv und gelassen gegenüber.»

Daniel Suter, Gemeindemann von Frick.

Daniel Suter, Gemeindemann von Frick.

Dies hängt sicher auch damit zusammen, dass die Behörden von Anfang an gesagt haben: Wir wehren uns nicht gegen eine Unterkunft, sondern arbeiten mit dem Kanton zusammen und können so unsere Bedingungen stellen. Die Kooperation mit den kantonalen Stellen erlebte Suter als «konstruktiv und partnerschaftlich». Man habe Bau und Betrieb «umsichtig gemeinsam» geplant.

Die positiv-unaufgeregte Haltung des Gemeinderates begründet Suter mit der Notwendigkeit, Lösungen zu finden: «Die Unterbringung von Flüchtlingen ist eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft», ist er überzeugt. Bund und Kanton könnten diese Aufgabe nur gemeinsam mit den Gemeinden lösen. «Zudem bietet sich der leerstehende, am Rand des Dorfs liegende Werkhof der Autobahn A3 für diese Zwischennutzung an.»

Ängste ernst nehmen

Suter ist sich bewusst, dass die Unterbringung von bis zu 180 jungen Männern aus anderen Kulturen in der Bevölkerung auch Unsicherheit und Ängste auslöst. «Gemeinsam mit den zuständigen kantonalen Stellen wurde ein umfangreiches Sicherheitskonzept erarbeitet», erklärt Suter, der zugleich Präsident des Führungsausschusses der Polizei Oberes Fricktal ist. «Der Gemeinderat nimmt das Anliegen der Bevölkerung ernst, dass sich alle auch nach dem Bezug der Unterkunft in der Gemeinde frei bewegen können und sich sicher fühlen.» Sollten Probleme auftreten, so Suter, «setzt sich der Gemeinderat für wirksame, aber auch verhältnismässige Massnahmen ein».

Den Einsatz der Kontaktgruppe Asyl, die den Kontakt zwischen den Asylsuchenden und der einheimischen Bevölkerung herstellen sowie Beschäftigungsmöglichkeiten und Deutschkurse für die Asylsuchenden anbieten will, begrüsst der Gemeinderat. «Das ist hilfreich.»