Bad Säckingen (D)
Grosse Lösung mit Abstrichen

Das Spital wird für 12,7 Millionen Euro saniert. Eine 24-Stunden-Notfallchirurgie wird es jedoch auch künftig nicht geben.

Andreas Gerber
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Die gute Nachricht für Bad Säckingen: Das Krankenhaus wird saniert, der Kreistag hat gestern Abend die grosse Lösung für 12,7 Millionen Euro beschlossen. Die schlechte Nachricht: Das Haus in Bad Säckingen wird auch künftig keine 24-Stunden-Notfallchirurgie bekommen. Das hat der Kreistag auf massives Drängen des CDU-Fraktionsvorsitzenden Martin Albers gegen zehn Stimmen (vornehmlich aus dem Westen) abgelehnt.

Dabei hatte Albers eigentlich noch weniger für Bad Säckingen gewollt. Im Vorfeld der Sitzung hatte er mit Teilen des Kreistages eine Absprache über die Realisierung der nur kleinen Lösung für Bad Säckingen getroffen. Diese kleinere Sanierungsvariante sollte nur 9,3 Millionen kosten und in Bad Säckingen nur noch 80 Betten bereitstellen. Aber bereits nach den ersten Wortmeldungen im Kreistag war klar, dass die Reise in die andere Richtung geht und die Mehrheit bereit sein würde, mehr Geld für Bad Säckingen in die Hand zu nehmen. Daraufhin kassierte Albers seinen Vorstoss wieder ein.

Sowohl Landrat Martin Kistler als auch Spitalgeschäftsführerin Simone Jeitner hatten deutlich gemacht, dass sie die grosse Lösung mit einem Aufbau auf 120 Betten in Bad Säckingen für sinnvoll halten. Derzeit sind im hiesigen Spital lediglich 80 Betten in Betrieb. Wenn man die Bettenzahl zu niedrig ansetze, so Jeitner, sei fraglich, ob das Haus für Personal attraktiv sei. Gleichzeitig hielt sie eine Bettenzahl von 120 für nötig, wenn man in Bad Säckingen nach der Sanierung «fachlich und inhaltlich annähernd etwas Sinnvolles realisieren will». Zudem sei ein 80-Betten-Haus weniger wirtschaftlich und weniger zukunftsfähig, prognostizierte sie.

Notfallchirurgie gefordert

FDP-Kreisrat Klaus Denzinger zeigte sich froh, dass Geschäftsführerin Simone Jeitner sich selbst so deutlich für eine Lösung mit 120 Betten in Bad Säckingen ausgesprochen hatte. Er forderte jedoch eindringlich, nach Inbetriebnahme der Operationssäle in Bad Säckingen auch die 24-Stunden-Notfallchirurgie wieder in Betrieb zu nehmen. Für Bad Säckingen bedeutet der Beschluss nun eine Notfallversorgung, die zeitlich auf dem jetzigen Niveau bleibt. Nach dem Beschluss, den Landrat Kistler formulierte, soll es weiterhin eine internistische Notfallversorgung rund um die Uhr geben, das seien ohnehin 90 Prozent der Notfälle.

Nur «gehfähige» Notfälle

Die Notfallchirurgie wird auch nach der umfangreichen Sanierung, die bis Ende 2018/Anfang 2019 dauern wird, nur tagsüber geöffnet sein. Dann kann sie allerdings wieder vollumfänglich arbeiten, weil die OP wieder zur Verfügung stehen werden. Derzeit werden nur «gehfähige» chirurgische Notfälle in Bad Säckingen behandelt.

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