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Grosse Ehre für Ökonomen

Der gebürtige Fricktaler Hans Gersbach erhielt am Dienstag den Wissenschaftspreis der Stadt Basel verliehen.

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Ökonom Hans Gersbach.

Ökonom Hans Gersbach.

Der diesjährige Wissenschaftspreis der Stadt Basel geht an Hans Gersbach. Ausgezeichnet wird der Ökonom mit Fricktaler Wurzeln, der heute in Windisch lebt, für «seine herausragenden interdisziplinären Arbeiten zu gesellschaftlich und wirtschaftspolitisch hochaktuellen Themen», heisst es in einer Mitteilung der Regierung.

Der mit 20'000 Franken dotierte Wissenschaftspreis wird alljährlich und im Turnus der sieben Fakultäten Forschenden zuerkannt, die zur Universität Basel in Beziehung stehen. Der Preis wurde gestern im Grossratssaal übergeben. Mit der Verleihung des Wissenschaftspreises 2017 an Gersbach ehre die Stadt Basel einen Wissenschaftler, «der sich bedeutsamen Fragestellungen widmet und seine Erkenntnisse in vorbildhafter Weise in die ökonomische und politische Praxis trägt», heisst es.

Ausbildung in Basel

Der 1959 in Hellikon geborene Hans Gersbach hat seine gesamte akademische Ausbildung an der Universität Basel genossen. Zunächst schloss er ein Studium in Physik und Mathematik ab, anschliessend erlangte er ein Diplom in Versicherungsmathematik und absolvierte daraufhin einen zweiten Studienabschluss in den Wirtschaftswissenschaften.

1990 promovierte er zum Doktor der Staatswissenschaften, 1995 erfolgte die Habilitation im Zuge einer Assistenzprofessur ebenfalls an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel. Von 1995 bis 2006 bekleidete er eine Professur an der Universität Heidelberg. Seit Mai 2006 ist er Professor an der ETH Zürich.

Ein wiederkehrendes Forschungsthema in Gersbachs Arbeit bildet die optimale Kapitalausstattung von Banken. So untersucht er unter anderem die Auswirkungen einer Verschärfung der Kapitalvorschriften für Banken: Auf der einen Seite vermindern strenge Kapitalvorschriften die Wahrscheinlichkeit von Finanzkrisen. Auf der anderen Seite reduziert eine Verschärfung der Kapitalvorschriften die Flexibilität des Finanzsystems, Kredite zu vergeben. Dies wiederum kann einen negativen Effekt auf das Wirtschaftswachstum haben.

Vorschriften für Banken

Aus der Analyse dieses Spannungsfeldes leitet Hans Gersbach Vorschläge für optimale Eigenkapitalvorschriften ab. Für die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel, welche sich der Entwicklung von Mindesteigenkapitalanforderungen widmet, sei diese Forschung laut Mitteilung von grosser Bedeutung.

Ein weiteres Themenfeld von Hans Gersbach ist die politische Ökonomie. Auf diesem Gebiet untersucht er beispielsweise, wie Wahlregeln Entscheidungen beeinflussen. So hat er mehrere theoretische Beiträge zur Frage verfasst, wie in Zentralbanken und Währungsunionen Entscheidungen getroffen werden und wie diese Institutionen ausgestaltet sein müssen, um Allgemeinwohl fördernde Ergebnisse zu erzielen. Daneben ist Gersbach Mitglied zahlreicher inner- und ausseruniversitärer Wissenschafts- und Forschungszentren, sowohl in der Schweiz wie auch im Ausland. (az)