Vier Feuerwehren waren am Mittwochabend mit der Bewältigung eines happigen Chemieereignisses im Sisslerfeld gefordert, das für die diesjährige geheime Alarmübung ausgelöst worden war.

Ausgerechnet am bisher heissesten Sommerabend sorgte ein noch hitzigeres Szenario im Industriegebiet von Münchwilen für schweisstreibende und kräftezehrende Aktivitäten bei vier Feuerwehrorganisationen. Zur Feierabendzeit beorderte der Grossalarm die Einsätzkräfte der Ortsfeuerwehr Sisslerfeld, des Stützpunktes Frick, der Betriebsfeuerwehr Syngenta und der Chemiewehr DSM zur Firma Carbagas. Wegen der Chemikalienaustritte kamen auch die im Vollschutz agierenden Experten zur Behebung der Leckagen, die Immissionsspürgruppe und die Sanität speziell mit der Dekontamination der Patienten zum Einsatz.

Die über 100 Rettungskräfte erwartete ein happiges Desaster bei strapazierender hochsommerlicher Hitze zur Bewältigung, das Walter Fiechter, Kreisexperte für Chemiewehren, im Auftrag des Amtes für Umwelt mit seinem verschwiegenen, neun Personen umfassenden Expertenteam minutiös inszeniert hatte. Das Drehbuch umfasste im kleinen Fabrikationsareal ein paar happige Problemfelder.

Enorme Hitzeentwicklung möglich

Bei Unterhaltsarbeiten an der Gasverteilungsanlage im Trailerlager – so die Übungsanlage – war ein Hochdruckschlauch beschädigt worden, was zur Entzündung von Acetylen führte. Diese Flammen können bis 3000 Grad heiss werden. Über die beschädigte Leitung entleerte sich der Trailer und das Feuer brachte Gasflaschen zum Explodieren.

Auch wurden weitere Chemikaliengebinde beschädigt und undicht. Fünf Handwerker verletzten sich stark bei der Flucht durch Chemikalien, Flammen oder scharfe Gegenstände. «Wir überprüfen die Alarmierung gemäss Einsatzplan, die Schadenplatzorganisation, das Agieren des Kaders und die Einsatzautomatismen der Mannschaft», betonte Fiechter.

Im Speziellen achteten die Übungsgehilfen darauf, ob die Feuerwehrleute ihre Schutzausrüstungen korrekt eingesetzt und den Kontakt mit Chemikalien vermieden hatten. Um den 400 Quadratmeter grossen Brandherd unter Kontrolle zu bringen, war ein Wasserzufluss von 8000 Liter pro Minute erforderlich. Die Fricker erstellten eine zusätzliche, einen Kilometer langen Leitung.

Hoher Sicherheitsstandard

Nach knapp drei Stunden war der schweisstreibende Spuk vorbei. Zahlreiche Feuerwehrleute kämpften mit Kreislaufproblemen und zeigten sich hoch erfreut über die ersehnte Erfrischung. Die kurze Übungsbesprechung wird mit einem detaillierten Bericht ergänzt. «Wir schätzen uns glücklich diese Übung unterstützen zu können. Unser Sicherheitsstandard ist sehr hoch und der Betrieb arbeitet seit 33 Jahren ohne Zwischenfall», informierte Patrick Geiger, Betriebsleiter der Carbagas, die Feuerwehrleute.