Rheinfelden/Frick
Grippeimpfungen in der Apotheke erfolgreich getestet

Das Impfangebot von zwei regionalen Apotheken wurde rege genutzt. Im Gespräch mit der az erklären zwei Apothekerinnen, wieso das Pilotprojekt bei den Kunden so gut ankam.

Lucas Zeugin
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In einem Pilotprojekt testen zehn aargauische Apotheken Impfungen gegen die Grippe.

In einem Pilotprojekt testen zehn aargauische Apotheken Impfungen gegen die Grippe.

Thomas Lohnes/Ex-Press

Rasch in die Apotheke, den Oberarm freimachen, einen kurzen Stich von der Spritze über sich ergehen lassen und mit dem injizierten Wirkstoff der Grippesaison standhalten: Dieses unkomplizierte Prozedere wird aktuell in zehn aargauischen Apotheken als Pilotprojekt getestet.

Seit dem 13. Oktober bieten mit der Storchen Apotheke in Frick und der TopPharm Kapuziner Apotheke in Rheinfelden zwei regionale Vertreter einen Service an, für den man bisher einen Termin beim behandelnden Arzt brauchte. Die az hat sich über die laufende Grippe-Impfkampagne erkundigt.

Rege genutztes Angebot

In Rheinfelden stiess das Pilotprojekt bisher auf reges Interesse, sodass «wir die volle Zeit der Kampagne bis zum 29. November abdecken können», wie Katrin Ellgehausen erklärt. Das getestete Modell kann schon bei der Zwischenbilanz als kleiner Erfolg gewertet werden: «Das Angebot wird sehr geschätzt. Wir konnten bisher rund 50 Impfungen durchführen und mussten im Verlauf der Kampagne noch Impfstoff nachbestellen», führt die Apothekerin weiter aus.

Der Grund für die grosse Nachfrage sei einerseits die unkomplizierte Handhabung, die den Kunden geboten wird: «Wer sich bei uns impfen lassen will, muss keinen Termin vereinbaren und kann spontan vorbeikommen», erklärt sie. Direkt oberhalb der Kapuziner Apotheke hat der Arzt Beat Rickenbacher seine Praxis.

Bei einer Anfrage kann er schnell reagieren, nach unten kommen und den Kunden im Beratungsraum der Apotheke impfen. Somit werden die Wartezeiten kurzgehalten. «Ausserdem ist die Hemmschwelle, in die Apotheke zu kommen, deutlich geringer, als die Impfung beispielsweise im Spital durchzuführen», ist sich Katrin Ellgehausen sicher.

Die Impfungen verliefen bisher reibungslos und sind ohne Zwischenfälle vonstatten gegangen. Ellgehausen ist mit dem Projekt zufrieden. Vor allem Menschen über 50 Jahren hätten vom Angebot Gebrauch gemacht. Zwar konnte man die Zielgruppe der Jungen nicht wie vom BAG gewünscht ansprechen, trotzdem spricht die Apothekerin von einem Erfolg und blickt positiv in die Zukunft: «In dieser Variante würde ich die Impfkampagne sofort wieder durchführen.»

Auch Margrit Tscheulin von der Storchenapotheke zieht eine positive Bilanz. Bis zum letzten Termin am 8. November konnten 30 Personen geimpft werden. «Fürs Erste bin ich zufrieden. Ich hoffe aber, dass wir im nächsten Jahr die Zahl der Impfungen noch steigern können», erklärt die Apothekerin. Im Vorfeld habe die Apotheke viel Aufklärungsarbeit geleistet und die Kunden auf das Thema sensibilisiert.

Manche hätten noch Vorbehalte gegenüber den Impfungen und viele kennen das neue Impfangebot in der Apotheke schlichtweg nicht. Margrit Tscheulin ist aber vom Modell überzeugt und glaubt an die Zukunft des Angebots aufgrund der positiven Resonanz. «Die Kunden haben den Service sehr geschätzt», erklärt die Apothekerin.

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