Alterszentren

Grippe: Ob sie sich impfen entscheiden Bewohner und Pflegepersonal selbst

Auch bei Altersheimbewohnern gehört die Grippeimpfung ins Aufgabengebiet des Hausarztes.

Obwohl das Bundesamt für Gesundheit bei Über-65-Jährigen eine Impfung empfiehlt, gibt es in den Fricktaler Alterszentren kein Obligatorium.

Winterzeit ist auch Grippezeit. Wer das Risiko einer Erkrankung reduzieren will, lässt sich im Herbst piksen und gegen die Grippe impfen.

Ideal für die Impfung sei der Zeitraum von Mitte Oktober bis Mitte November, schreibt das Bundesamt für Gesundheit auf seiner Website – und gibt auch gleich an, wem die Impfung besonders empfohlen wird: Menschen ab 65, schwangeren Frauen, frühgeborenen Kindern bis zwei Jahre sowie Personen mit chronischen Erkrankungen.

«Um diese Menschen besser zu schützen, sollten nicht nur sie selbst, sondern auch alle, die in regelmässigem, nahem Kontakt zu ihnen stehen, gegen die Grippe geimpft sein», heisst es auf der Website des Bundesamtes weiter. Dazu zählten etwa nahe Angehörige oder Gesundheitsfachpersonen.

Gratisimpfungen für das Personal im Tertianum Salmenpark

Was bedeutet dies für die Alterszentren in der Region? Gibt es dort Impfempfehlungen oder gar eine Impfpflicht für Bewohner? Eine Umfrage bei Fricktaler Alterszentren zeigt, dass dem nicht so ist.

«Die Impfung ist den Bewohnern freigestellt. Wir informieren nur über Wirkung und Nebenwirkungen», sagt etwa Jacqueline Mathis, Zentrumsleiterin im Alterszentrum Bruggbach in Frick. Dies gilt auch für das Laufenburger Alterszentrum Klostermatte, das ebenfalls vom Verein für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF) betrieben wird.

Auch Christine Weissenberger, Leiterin Finanzen und Administration im Wohn- und Pflegezentrum Stadelbach in Möhlin, sagt, dass es keine Impfpflicht gebe. Man mache auch nicht auf die Grippeimpfung aufmerksam.

Dies liege im Aufgabengebiet des persönlichen Hausarztes des Bewohners. Etwas anders handhabt dies das Wohn- und Pflegezentrum Tertianum Salmenpark in Rheinfelden.

«Wir machen unsere Gäste und deren Angehörige auf die Möglichkeit einer Grippeimpfung durch ihren Hausarzt per Flyer, der auf den Abteilungen und im Eingangsbereich aufgehängt wird, aufmerksam», sagt Barbara Tanner, Leiterin Pflege und Betreuung.

Und weiter: «Wir raten den Gästen zur Grippeimpfung, jedoch ist es Aufgabe des Hausarztes, die genaue Indikation abzuklären.» Eine Impfpflicht besteht allerdings auch hier nicht.
Wie viele Bewohner sich gegen die Grippe impfen, wird in Rheinfelden und Möhlin nicht erhoben.

Jacqueline Mathis sagt, dass zirka 80 Prozent der in VAOF-Alterszentren lebenden Bewohner gegen Grippe geimpft seien. Deutlich geringer ist die Impfrate dagegen beim Pflegepersonal des VAOF. Hier liegt sie nur gerade bei zirka 10 Prozent, wie Mathis sagt.

In keiner der befragten Institutionen besteht eine Impfpflicht fürs Personal. Die Pflegefachkräfte im Tertianum Salmenpark können sich allerdings kostenlos impfen lassen.

Wie viele Angestellte das Angebot nutzen, ist noch offen. «Die Mitarbeitenden können sich bis am 10. November für die kostenlose Grippe-Impfung anmelden», sagt Barbara Tanner.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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