Möhlin
Gripen-Kauf, Beizensterben und viele Jubiläen als Sujets am Möhliner Umzug

Rund 60 Gruppen nahmen am Fasnachtsumzug in Möhlin teil und sorgten für beste fasnächtliche Stimmung. Am Dienstag wird der Umzug wiederholt.

Marianne Jossen
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Die Meler Galgevögel marschierten an der Spitze des Umzugs.
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Fasnächtlicher Trommelwirbel.
Farbige Kostüme, Konfetti in der Luft.
Das Beizensterben war ein Sujet am Umzug.
Der Umzug in Möhlin nimmt unter anderem den Gripen-Kauf auf die Schippe
Die Durlipse feierten den 10.
Auch die Guggenmusiken zeigten sich farbenfroh.

Die Meler Galgevögel marschierten an der Spitze des Umzugs.

Frank Meissner

Um genau 14 Uhr, nachdem der letzte Glockenschlag verklungen war, knallte es in Möhlin vor dem Restaurant Schiff – der Startschuss zum grossen Umzug. Kurz zuvor wurden noch eifrig Startlisten abgesprochen, eine Gugge hielt ein Ständchen und Plaketten wechselten den Besitzer.

An der Spitze des Zuges liefen die Meler Galgevögel (MGV), die ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Das Sujet: ein Piratenschiff, demjenigen nachempfunden, mit dem die Galgenvögel 1964 bei ihrer Gründung die Möhliner Fasnacht aufmischten. Viele der Fasnächtler, die den Umzug mitverfolgten, waren gespannt auf den Auftritt der Galgevögel. Mit dem kleinen Erkundschaftungspiratenboot, Tambouren, dem grossen Piratenschiff und einer Guggenmusik führten die MGV den Zug in bester fasnächtlicher Stimmung an.

Unter den rund 60 Gruppen griffen viele das Thema der Fasnacht «Mir jubilierä!» auf. Vom Sonnenbergturm (100 Jahre Jubiläum) über die Durlipse (10 Jahre) bis zu Jägermeister (80 Jahre geheimes Rezept) – die runden Zahlen bestimmen den Umzug. Die eine oder andere Gruppe griff aber auch Geschichten auf, die nicht unbedingt zum Jubilieren sind: Zum Beispiel jene der Beizen im Dorf, die immer rarer werden. Geht es ums Überregionale, so denken die Möhliner offensichtlich ans Fliegen. Vom Gripen bis zu den Öffnungszeiten der Schweizer Luftwaffe drehten sich einige Sujets um die Tücken der Luftfahrt.

Der Wettergott war den Narren immerhin soweit wohl gesonnen, dass er es nicht regnen liess und so reihten sich fröhliche Gesichter am Strassenrand. Manchem Fasnächtler sieht man aber die zwei vergangenen Wochen auch an und hinter vorgehaltener Hand gesteht der eine oder andere ein, es sei jetzt dann schon in Ordnung, wenn die närrischen Tage erst einmal vorüber seien. Aber ernsthaft daran denken wollte noch niemand: Am Kanzleiplatz ging es nach dem Umzug mit Schnitzelbänken und Musik weiter und schliesslich wird heute Dienstag der Umzug noch einmal durchs Dorf rollen.