Rheinfelden

Grenzüberschreitender Stadtbus: «Seit zehn Jahren ein Erfolgsmodell»

Die Verantwortlichen rund um Oberbürgermeister Klaus Eberhardt (2. v. r.) und Stadtrat Walter Jucker (r.) vor dem Stadtbus.MGM

Die Verantwortlichen rund um Oberbürgermeister Klaus Eberhardt (2. v. r.) und Stadtrat Walter Jucker (r.) vor dem Stadtbus.MGM

Der grenzüberschreitende Stadtbus Rheinfelden wird immer beliebter. Nun feiert er ein Jubiläum.

Die Morgensonne spiegelt sich im Rhein und in den Scheiben des Rheinfelder Stadtbusses, der Himmel trägt ein sattes Blau: Es herrscht Jubiläumswetter. Vor zehn Jahren, am 8. März 2008, nahm der grenzüberschreitende Stadtbus als Verbindung zwischen den beiden Rheinfelden seinen Betrieb auf.

«Dieser Bus ist ein Gewinn für beide Städte», sagt Oberbürgermeister Klaus Eberhardt am Jubiläumsanlass. «Er ist aus dem Nahverkehr nicht mehr wegzudenken.» Für Eberhardt ist der Bus essenziell, um die Verkehrsbeziehungen zwischen den beiden Schwesternstädten aufrechtzuerhalten. Auch Stadtrat Walter Jucker vom schweizerischen Rheinfelden hat gestern Morgen nur lobende Worte für den Kleinbus mit der Liniennummer 7312. «Der Bus ist seit zehn Jahren ein Erfolgsmodell», sagt er.

Die Zahlen geben den Politikern recht. Seit 2009 haben sich die Fahrgastzahlen deutlich erhöht. Beförderte der Stadtbus damals noch 217 238 Personen, waren es im vergangenen Jahr schon 325 850.

Eigentlich ist das Konzept des Stadtbusses schon älter. Schon seit 1995 fährt ein Bus über die alte Rheinbrücke. Dieser war damals noch grösser als heute – und er hatte Konkurrenz. Denn die 1912 fertiggestellte Brücke wurde erst vor zehn Jahren für den motorisierten Verkehr geschlossen. Stau war damals Alltag auf der gepflasterten Strasse. Heute ist nur noch Taxis, Rettungskräften, Mofas und dem Stadtbus als motorisierte Fahrzeuge das Überqueren der Brücke erlaubt.

Bei Schweizern sehr beliebt

Vor allem die Schweizer scheinen das grenzüberschreitende Angebot des Südbadenbusses zu schätzen: Im Jahr 2017 fuhren knapp 1500 mehr Schweizer Fahrgäste mit dem Stadtbus. Das mag nach einer kleinen Differenz klingen – berücksichtigt man aber die Einwohnerzahlen der beiden Rheinfelden, so fällt auf, dass Badisch-Rheinfelden rund zweieinhalb Mal so viele Einwohner hat wie sein Nachbar ennet dem Rhein.

«Wir bekommen viele Rückmeldungen von älteren Leuten. Diese können dank des Stadtbusses noch länger selbstständig ihre Erledigungen in der Altstadt tätigen», sagt Walter Jucker. Auch Klaus Eberhardt findet den Bus mit 14 Sitzplätzen «ein gutes Angebot für mobilitätseingeschränkte Personen». Es verwundert daher auch nicht, dass nach den Stationen an den Bahnhöfen die Haltestellen bei den Krankenhäusern die meistfrequentierten sind.

Mitfinanziert werden die Stadtbusse von den beiden Rheinfelden. Die Kosten werden nach Anteil der gefahrenen Kilometer auf dem jeweiligen Stadtgebiet aufgeteilt. Die Schweizer Seite bezahlt jährlich rund 100 000 Franken, die deutsche etwa 150 000 Euro. «Dieses Geld geben wir gern aus. Es gibt keinen Nahverkehr, der sich selber finanziert», sagt Eberhardt. Und Jucker ergänzt: «Man will sich nicht vorstellen, wie die über 300 000 Fahrgäste jeweils mit dem Auto am Autobahn-Grenzübergang stehen würden.»

Die Erschliessung der Schweizer Seite ans Stadtbus-Netz hat sich 2015 mit den Haltestellen in den Gebieten Engerfeld und Kapuzinerberg vergrössert. Seither fährt der Stadtbus zwei verschiedene Routen im Halbstundentakt.

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