Laufenburg

Grenzüberschreitende Jugendarbeit wird eingestellt

Bereits Ende März endete das Arbeitsverhältnis mit Jugendarbeiter Balder Wentzel. (Archiv)

Bereits Ende März endete das Arbeitsverhältnis mit Jugendarbeiter Balder Wentzel. (Archiv)

13 Jahre lang gab es die grenzüberschreitende Jugendarbeit. Das Angebot wurde in der Vergangenheit kaum noch genutzt, deshalb wird es nun vorerst beendet.

Die gemeinsame grenzüberschreitende Jugendarbeit der beiden Städte Laufenburg ist jetzt offiziell «bis auf weiteres» eingestellt. Dies geht aus einer Presseerklärung aus dem badischen Rathaus hervor. Praktisch ruht die offene Jugendarbeit allerdings schon seit März. Seitdem gibt es nämlich keinen Jugendpfleger mehr. Damals endet das Arbeitsverhältnis mit Balder Wentzel. Nun haben die Gemeinderäte der beiden Grenzstädte beschlossen, keine Nachfolger mehr einzustellen. Damit erübrigt sich auch die Erstellung eines Umsetzungskonzeptes für die pädagogische Arbeit.

Bedarf nicht gegeben

Anstoss für den Beschluss zum vorläufigen Ende des einstigen Vorzeigeprojekts im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit war das vom grenzüberschreitenden Jugendausschuss überarbeitete Konzept. In den Beratungen dazu kamen die beiden Gemeinderäte zu dem Schluss, dass ein ausreichender Bedarf für eine Weiterführung der offenen Jugendarbeit nicht gegeben sei. Das sieht auch der deutsche Bürgermeister Ulrich Krieger so. Das Angebot sei in der Vergangenheit kaum noch angenommen worden, sagte Krieger auf Anfrage.

Sollte sich in der Zukunft wieder ein Bedarf ergeben, könne erneut darüber diskutiert werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Ob dann die beiden Städte wieder Träger sein sollten oder andere Träger, zum Beispiel Vereine, sich dieser Arbeit annehmen, ist zum heutigen Zeitpunkt ebenfalls offen.

Treffpunkt Eisenbahnwaggon

In Laufenburg gibt es die offene Jugendarbeit über die Ländergrenzen hinweg bereits seit 13 Jahren . Sie richtete sich an Jugendliche im Alter ab zwölf Jahren. Seit etwa neun Jahren diente ein alter SBB-Eisenbahnwaggon vor der Hans-Thoma-Schule der grenzüberschreitenden Jugendarbeit Laufenburg als Treffpunkt. Bereits im September 2014 hatte der Gemeinderat beschlossen, den Waggon zu verschrotten. Es drohten dadurch jedoch hohe Kosten. Die Stadtverwaltung taxierte für die Verschrottung und die Herstellung als Pausenhoffläche die Summe von 9000 Euro.

Um einen von Jugendpfleger Balder Wentzel gewünschten Treffpunkt zu schaffen, hatte der damalige Schweizer Stadtammann Rudolf Lüscher den ausrangierten Gepäckwagen für nur 800 Franken vermittelt. Wie Bürgermeister Ulrich Krieger erklärte, wurde bereits versucht, den Waggon zu versteigern. Der erste Anlauf sei allerdings gescheitert. Der Interessent wollte die Kosten für den Abtransport nicht selbst tragen. Aktuell läuft ein zweiter Versteigerungsversuch bei der «Zoll-Auktion», der Versteigerungsplattform für die öffentliche Hand. Sollte dies wieder zu keinem Ergebnis führen, werde die Stadt den Waggon «beseitigen» so der Laufenburger Bürgermeister.

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