Es war nicht auszumachen, wer bei der ersten öffentlichen Aufführung der Ballettschule «Ballettissimo» Laufenburg in der Aula des Schulhauses Blauen mehr Lampenfieber hatte, die Eltern unter den vielen Zuschauern oder die kleinen Elevinnen bei ihrem grossen Auftritt.

Im August 2013 eröffnete die studierte Tanzpädagogin Luise Kray ihre eigene Schule «Ballettissimo» in Laufenburg. Nun zeigten 28 Mädchen und 4 Frauen aus 4 Gruppen mit unterschiedlichem Ausbildungsstand, welche erstaunlichen Fortschritte sie in kurzer Zeit gemacht haben. Die Jüngste unter ihnen ist 5 Jahre alt.

«Allen gemeinsam ist ihre grosse Begeisterung», freute sich Luise Kray.

Die Freude am Tanz vermittelt

Ziel des Auftritts war es, zu zeigen, wie die Ausbildung aufgebaut ist. Oberstes Prinzip ist stets, die Freude am Tanz zu vermitteln. Darüber hinaus wird das Gefühl für die Koordination der Bewegungen, für Rhythmus, Musikalität, das Vermögen für Ausdruck und Konzentration geschult. Technik ist zwar eine wichtige Grundlage, doch ebenso wird die eigene Persönlichkeit als Basis für Ausdruck und das Bedürfnis am Tanz gefördert.

Der Anfang der Ausbildung ist immer absolut spielerisch: Kinder und Erwachsene eröffneten die Vorstellung gemeinsam in einem Generationen-Trio. Schrittweise demonstrierten sie danach stolz den Fortgang ihrer Ausbildung. Graziös die Schrittfolgen und Balanceübungen, mit weiten Sprüngen zeigten sie lustvoll die Raumaufteilung, konzentriert die Übungen an der Ballettstange. Luise Kray erklärte, dass die Fussstellung nach aussen sehr wichtig sei für die Feinkoordination von Beinen, Armen, Kopf und Rumpf. Und das dies nicht immer ganz einfach ist, war bei der Aufführung zu sehen.

«Froh, wie ein Floh im Haberstroh»

Die Schülerinnen setzten die unterschiedlichen Rhythmen und Taktarten der Musik um in fliessende Bewegungen, hüpften nach dem Lied «Ich bin froh wie ein Floh im Haberstroh» und sorgten für einen kecken Abschluss. Sie tanzten beinahe selbstvergessen mit farbigen Tüchern und Bändern, versuchten mit aktiver Kopfhaltung den Blick auf die jeweiligen Requisiten zu richten. «Tanzen soll vor allem der eigenen Freude dienen», unterstrich Luise Kray, «so als ob niemand zuschaut.»

Im Finale der Tanzwerkstatt nahmen alle Schülerinnen mit grazilen Schritten die Gäste mit zum höfischen Treiben der Adligen vor vier Jahrhunderten.