Frick
Gott mit Guggenklängen und Lachen begegnen

Am Fasnachtsgottesdienst in der katholischen Kirche in Frick wurde auch der Vatikan aufs Korn genommen.

Ingrid Arndt
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Die Eiker Chinzhaldeschränzer spielten in der Kirche.

Die Eiker Chinzhaldeschränzer spielten in der Kirche.

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Neue Wege am Fasnachtsgottesdienst gehen: Das erlebten die Besucher in der katholischen Kirche Peter und Paul in Frick. Abenteuerlich war der Einmarsch der 19 Guggenmusikanten der «Chinzhaldeschränzer» aus Eiken in dunkelblauer Fellkostümierung verziert mit diversem Meeresgetier. Lautstark, mitreissend und rhythmisch schmetterten sie los, zur Freude der Zuhörer. Aber sie konnten es auch sanft melodisch.

Zusammen mit Flower-Power-Frau Barbara Kistler zelebrierte Pfarreiseelsorger Ulrich Feger fröhlich humorvoll den Gottesdienst, teilte hier und da auch mal herrlich pointiert ­ordentlich aus. Keck schmückten ihn eine kunterbunte Ringelkappe, ein knallrotes Schaltüchlein und eine fantasievolle ­Nar­renplakette. Der fünften Jahreszeit geschuldet trug er nicht nur seine Predigt in Reimform vor, sondern feierte den gesamten Gottesdienst in Versen. Barbara Kistler setzte bei der Begrüssung für den Gottesdienst sofort den passenden Rahmen: «Gott an diesem Tag im Lachen begegnen.»

Die Rolle der Frauen in der Kirche wurde angesprochen

Dennoch, das wusste auch Seelsorger Ulrich Feger, liegen Freude und Schadenfreude oft recht nahe beieinander. Er erinnerte an die erlebnisreiche Fahrt der Ministranten im vergangenen Jahr nach Rom. Durch den ungebremsten Appetit einiger Minis nach Pizza und Eis, diesen speziellen italienischen Gaumenfreuden, ging diese Kombination in der Nacht nicht gut aus. Lebhaft musste das stille Örtchen frequentiert werden. Oder waren die Schweizer ­Mägen eher auf Käse und Rösti programmiert?

Schon der nächste Tag brachte wohltuende Entspannung, der Besuch im Vatikan und die Begegnung mit dem Papst waren hochinteressant und gaben Anregung für manch eine Überlegung zur gegen­wärtigen Rolle der Frauen in der Kirche. Man war sich einig, ­deren Fähigkeiten, deren Einsatzbereitschaft und Klugheit wird viel zu wenig geschätzt, viel Potenzial geht verloren. Man wird ihnen nicht gerecht. Und so schloss Ulrich Feger in seine Fürbitten auch diejenigen ein, die das Sagen haben und mit ­etwas Mut etwas verändern könnten.

Die gereimte Lesung aus der Apostelgeschichte berichtete in Wort und Bild wie vor 2000 Jahren aus dem Pharisäer und Christenverfolger Saulus der überzeugte Apostel und Missionar Paulus wurde. Wie Paulus, dank des Wirkens des Heiligen Geistes, sein Leben von Gott lenken liess so auch die koketten Damen Marie und Elisabeth in den Versen des Evangeliums. So wurde die Geschichte der Verkündigung Mariens und deren Treffen mit Elisabeth als Beispiel gebracht, dass Frauen sich eigentlich leichter vom Heiligen Geist ansprechen lassen können als Männer. Das kann nicht nur für damals gelten, sondern auch für heute.