Oeschgen
Glühende Hölzer flogen durch die Nacht

Das feurige Spektakel des Scheibensprengens auf dem Bollhof hatte mit dem Wetter zu kämpfen.

Hans Christof Wagner
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Glühende Hölzer flogen durch die Nacht
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Im Widerschein der Flammen - die Besucher des Scheibensprengens auf dem Bollhof
Im Widerschein der Flammen - die Besucher des Scheibensprengens auf dem Bollhof
Auf langen Haselruten steckten die Scheiben, die im Feuer zum Glühen gebracht wurden
Nach rund einer Viertelstunde war das grosse Holzrad schon weitgehend auseinandergebrochen
Binnen Sekunden brannte das Rad lichterloh,auch weil es entsprechend präpariert war

Glühende Hölzer flogen durch die Nacht

Aargauer Zeitung

Sonst ist beim Traditionsanlass am ersten Sonntag nach Aschermittwoch die Festwirtschaft auf dem Hofgelände schon am Nachmittag gut frequentiert. Dieses Mal aber wollte sie sich erst bei Anbruch der Dunkelheit füllen. Viele kamen, je näher die Uhr gegen 19.30 Uhr rückte, dem Zeitpunkt der Inbrandsetzung des hölzernen Rades, direkt von daheim zur Weide von Bauer Dominik Lang.
Dort standen schon die zwei Meter langen Haselruten und die mehr als 1000 Buchenholz-Scheiben bereit, welche die Oeschger Scheibensprenger-Gruppierung nach alter Tradition immer am Samstag vor Weihnachten herstellt.

Eingepackt in Plastikfolie war das 4-Meter-Rad über die lange Regenzeit vom Samstag, als es aufgestellt wurde, bis zum Sonntagabend trocken geblieben. Doch Josef Hauswirth und die anderen Scheibensprenger-Aktiven wollten nichts dem Zufall überlassen. Mit flaschenweise Lampenpetroleum, mit dem sie das Rad präparierten, und darunter liegenden Strohballen, ebenfalls mit Brandbeschleuniger versehen, loderten die Flammen binnen Sekunden.

Noch nicht genug hatten viele vom Scheibensprengen und hielten Haselrute samt Scheibe ins Feuer. Aber wie lange brauchen diese eigentlich, um ausreichend zu glühen und eine schöne Leuchtspur an den Himmel zu zaubern? Wie schafft man es, dass sie nicht von der Rute rutschen und im Feuer zu Asche verbrennen? Mit dem richtigen Schwung versehen und optimal auf dem Startbock weggesprengt, flogen sie weit Richtung Autobahn – verfolgt von den Blicken derer, die sie abschossen und derer, die danebenstanden. Begleitet von den «Ahs» und «Ohs» derjenigen, die dem Brauchtum auch bei schlechtem Wetter frönten.

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