Gipf-Oberfrick
Glückwunsch im Kondolenzbuch: Prüfungserfolg wird speziell vermeldet

Zur bestandenen Berufsprüfung gratuliert der Bestattungsdienst Biaggi AG in Gipf-Oberfrick zwei Angestellten auf der eigenen Homepage. Die Gratulation ähnelt einer Todesanzeige, was bei manchen Leuten auf Unverständnis stösst.

Walter Christen
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Eine Todesanzeige, die doch keine ist: Gratulation auf der Homepage des Bestattungsdienstes Biaggi AG an seine diplomierten Bestatter.Fotoscreen: chr

Eine Todesanzeige, die doch keine ist: Gratulation auf der Homepage des Bestattungsdienstes Biaggi AG an seine diplomierten Bestatter.Fotoscreen: chr

Zur Art und Weise der Gratulation des Fricktaler Bestattungsunternehmens an seine beiden erfolgreichen Angestellten kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber: «Auf unserer Homepage www.kondolieren.ch haben wir jeden Tag 5000 bis 6000 Besucher. Da lag es für unseren Chef nahe, die Meldung dort zu publizieren, wo sie seiner Meinung nach am besten beachtet wird – und das ist nun einmal in unserem Internetauftritt», hielt der Bestatter Roger Bringold auf Anfrage fest.

Geteilte Reaktionen

Der Prüfung zum eidgenössischen Bestatter und zur eidgenössischen Bestatterin gingen anspruchsvolle Fachkurse mit theoretischem und praktischem Teil voraus. Das Diplom erlaubt es jetzt den erfolgreichen Absolventen Roger Bringold und seiner Kollegin Cornelia Wicki, Einsargungsprotokolle zu erstellen und zu unterschreiben. «Wir sind jetzt in unserem Betrieb fünf fachgeprüfte und siegelungsberechtigte Bestatterinnen und Bestatter», ergänzte er.

Im Kondolenzbuch sind unter dem Eintrag «Roger Bringold, Cornelia Wicki. Verstorben: 6.11.2013» rund 30 Eintragungen vorgenommen worden. Die meisten nehmen Bezug auf die bestandene Prüfung, und den erfolgreichen Berufsleuten wird gratuliert.

Aber es sind auch andere Stimmen zu lesen: «Ich war echt schockiert über zwei so junge Leute, so früh . . . Gratulation den beiden, aber die Anzeige finde ich sehr schlecht.» Und weitere Eintragungen: «Der Bericht über eine bestandene Prüfung gehört nun wirklich nicht in ein Kondolenzbuch, das ist pietätlos. Auch ich dachte im ersten Moment, dass die beiden verstorben sind.»

Jemand fragte, wieso die Meldung nicht sofort entfernt werde. Roger Bringold hielt dazu fest: «Das ist typisch. Die Leute schauen einfach nicht genau hin. Deshalb gibt es solche Missverständnisse.»

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