Bezirk Rheinfelden
GLP räumt in Rheinfelden bei erstem Auftritt gross ab

Die etablierten Parteien müssen im Bezirk Rheinfelden Haare lassen. Die SVP taucht um fast 3 Prozent, die SP stürzt ebenfalls um 3 Prozent ab, die CVP gibt gut 2,1 Prozent preis. Der grosser Gewinner ist die GLP, die auf Anhieb 8,65 Prozent macht.

Susanne Hörth
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Roland Agustoni

Roland Agustoni

Der Bezirk Rheinfelden offenbart mit den Gesamterneuerungswahlen die eine oder andere Überraschung. Zu den Gewinnern zählt ganz unbestritten die GLP. Die Partei, die mit der aktuellen Wahl erstmals im Bezirk Rheinfelden angetreten ist, vereint gleich 8,65 Prozent auf sich. Dank des Parteiwechsels vom bisherigen und wieder bestätigten Grossrat Roland Agustoni von der SP zu der GLP verfügte die Bezirkspartei aber bereits über einen Sitz im Parlament (siehe dazu auch sep. Artikel auf dieser Seite). Die SP hat ihren zweiten Sitz, welchen sie durch den Parteiwechsel Agustoni verloren hat, wieder zurückerobert. Dies, obwohl die Partei im Bezirk gegenüber 2009 mit heute 16,11 Prozent rund 3 Prozent Wählerstimmen verloren hat.

Peter Koller ist erfreut

SP-Bezirksparteipräsident und wiedergewählter Grossrat Peter Koller freut sich zum einen über den wiedererlangten Sitz: «Das war unser Wahlziel, das haben wir auch erreicht». Weniger glücklich ist der Parteipräsident über den Verlust von 3 Prozent Wähleranteil. Vor vier Jahren brachte es die SP im Bezirk auf 19,16 Prozent. Neben Koller wird künftig auch Sukhwant Singh-Stocker die Sozialdemokraten des Bezirks Rheinfelden im Grossen Rat vertreten.

Ebenfalls 3 Prozent Wähleranteil hat die SVP verloren. Mit 27,88 Prozent ist sie nach wie vor stärkste Partei im Bezirk und sichert sich damit ihre drei Sitze. Im Amt bestätigt wurden die beiden Bisherigen, Fredy Böni und Daniel Vulliamy. Für die nicht wieder angetretene Brunette Lüscher nimmt künftig Kathrin Hasler aus Hellikon Einsitz im Kantonsparlament.

Mazzi statt Scholl

Mit 16,04 Prozent hat die FDP gegenüber den letzten Wahlen ihren Wähleranteil im Bezirk leicht erhöht, hält damit auch ihre beiden Sitze. Für Überraschung sorgte hier die Abwahl des bisherigen FDP-Mannes Bernhard Scholl. Mit 1797 Stimmen hat Franco Mazzi 175 Stimmen mehr erhalten als sein Parteikollege. Der Rheinfelder Stadtammann zeigt sich gegenüber der Aargauer Zeitung hoch erfreut über seine Wahl: «Ich bin dankbar, dass so viele Leute finden, dass ich nach Aarau geschickt werden soll.» Im Amt bestätigt wurde der bisherige FDP-Grossrat und Rep-la-Präsident Hansueli Bühler.

Kantonsweit haben die Grünen verloren. Das wiederum schlägt sich in der Reduktion von drei Sitzen im Parlament nieder. Das betrifft nicht jenen Stuhl von Patricia Schreiber. Sie wurde von der Wählerschaft mit 2339 Stimmen deutlich bestätigt.

Verliererin ist die CVP. Bisher mit zwei Sitzen im Grossen Rat vertreten, ist die Bezirkspartei künftig nur noch mit Regula Bachmann-Steiner in Aarau. Mangels eines zweiten Sitzes reichte es dem bisherigen Patrick Burgherr trotz der erhaltenen 1761 Stimmen nicht. Ein Resultat, mit dem Burgherr selbst zufrieden ist. Persönlich habe er nicht erwartet, dass der Verlust des Wähleranteils so hoch sein würde. Er betont aber auch, dass die CVP-Bezirkspartei das Bestmögliche im Wahlkampf geleistet und über ein nicht ganz so starkes Zugpferd wie die FDP verfügt habe. Es sei im Vorfeld der Wahlen absehbar gewesen, dass, wenn die GLP einen Sitz erhält, dieser bei der CVP verloren geht. Konnte die CVP bei den Wahlen 2009 im Bezirk Rheinfelden noch einen Wähleranteil von 15,91 Prozent ausweisen, waren es dieses Mal noch 13,78 Prozent.