In der Fricktaler Schullandschaft stehen Veränderungen an. Auf das Schuljahr 2019/20 hin sollen das Oberstufenzentrum Fischingertal (OSZF) in Mumpf sowie die Oberstufenstandorte Stein und Eiken der Kreisschule Eiken-Münchwilen-Sisseln (EMS) geschlossen werden. Das gaben die Verantwortlichen gestern an einer gemeinsamen Medienkonferenz bekannt. Zudem ist bereits bekannt, dass der Standort Magden der Kreisschule Unteres Fricktal aufgehoben wird und die Schüler künftig in Rheinfelden unterrichtet werden.

In langen und intensiven Gesprächen haben die beiden Schulvorstände EMS und OSZF nach Lösungen gesucht – und nun eine gefunden. Die vier OSZF-Gemeinden Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Wallbach orientieren sich ebenso in Richtung Kreisschule Unteres Fricktal (KUF) wie die Gemeinde Stein.

Eiken und Münchwilen wenden sich Frick zu. Der Schliessungs-Entscheid sei nicht leicht gefallen, betont Astrid Zeiner, Präsidentin des Schulvorstands OSZF, «doch wir sind überzeugt, dass wir mit der vorgeschlagenen Lösung den besten Weg gefunden haben, um unseren Schülern langfristige Sicherheit und eine weiterhin gute Schulbildung von hoher Qualität bieten zu können.»

Das OSZF kämpft seit Jahren mit rückläufigen Schülerzahlen. Seit zwei Jahren kann es nur dank einer Ausnahmebewilligung weiter betrieben werden, da es nicht mehr die geforderte Mindestanzahl an Abteilungen aufweist.

Mit der Ausnahmebewilligung verband der Kanton aber die Auflage, eine Lösung zu suchen, die den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Bei der Kreisschule EMS ist die Situation noch nicht so akut. «Wir hatten das Messer noch nicht am Hals», so Benie Ankli, Präsidentin des EMS-Schulvorstands, «aber Schulpflegen und Gemeinderäte waren sich einig, dass die Weichen für die Oberstufe nun neu gestellt werden müssen.»

Standort Engerfeld wächst

Konkret heisst das, dass voraussichtlich ab dem Schuljahr 2019/20 alle Real-, Sekundar- und Bezirksschüler aus Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Wallbach die Oberstufe im Rheinfelder Engerfeld-Schulhaus besuchen werden. «Die Möglichkeit, die Bez in Möhlin zu besuchen, fällt dann weg», so Astrid Zeiner.

Aktuell besuchen rund 40 Schüler aus den vier Verbandsgemeinden in Möhlin die Bezirksschule. Bereits an den kommenden Gemeindeversammlungen im Juni entscheiden die Bürger über den Beitritt zum Schulverband der Kreisschule Unteres Fricktal. Noch offen ist die Zukunft des Oberstufenzentrums in Mumpf, das erst 2005 in Betrieb genommen wurde und den vier Verbandsgemeinden gehört.

«Die Planungen werden nun angegangen, erste Abklärungen laufen», so Astrid Zeiner. Der Schulverband OSZF wird deshalb erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgelöst.

Auch die Oberstufen-Schüler aus Stein gehen ab dem Schuljahr 2019/20 im Rheinfelder Engerfeld zur Schule. Der Souverän wird im Juni über die Auflösung des Schulverbandes EMS und den Eintritt in den Schulverband KUF befinden.

Die frei werdenden Räumlichkeiten im Steiner Schulhaus werden künftig von der Primarschule genutzt. «Ohne den Zusammenschluss müssten wir ein neues Schulhaus bauen», so der Steiner Ammann Hansueli Bühler.

Aus Eiken und Münchwilen werden künftig sämtliche Oberstufenschüler in Frick zur Schule gehen, wie dies die Bezirksschüler bereits heute tun. Die Fricker Oberstufe wächst damit um rund 40 Schüler.

Auch in Eiken gibt es laut Benie Ankli Bedarf für die frei werdenden Schulräume. Im Juni entscheiden die Einwohner der beiden Gemeinden über die Auflösung des Schulverbandes EMS und die Entsendung der Schüler nach Frick.

In Rheinfelden wächst der Standort Engerfeld. Ab 2019/20 werden rund 715 Schüler dort zur Schule gehen. Dem Kredit zur Erweiterung und Sanierung der Schulanlage Engerfeld in der Höhe von 30 Millionen Franken hat der Souverän im Dezember 2015 bereits zugestimmt.

Zwar steht die Detailplanung noch aus, «doch wir gehen davon aus, dass der bewilligte Umfang reicht, um alle neuen Schüler aufzunehmen», so Stadtammann Franco Mazzi. Zusätzlich will Rheinfelden eine Turnhalle für rund acht Millionen Franken bauen. Der Planungskredit soll im Dezember vors Volk kommen.

Béa Bieber, Präsidentin des KUF-Vorstands, sagte, der Schulstandort werde damit gestärkt. Sie sehe es auch als Chance, gemeinsam mit den neuen Verbandsgemeinden die Zukunft gut zu bewältigen. Für den KUF-Standort Kaiseraugst ändert sich nichts, dort werden auch künftig sechs Abteilungen geführt.