Wer die Münchwilerstrasse über den Fussgängerstreifen auf Höhe des Sportplatzweges quert, steht auf Swarovski-Kristallen. Mitte November hat dort die Gemeinde die Markierungen des Zebrastreifens entfernen lassen und neue Streifen mit Glasperlen der Firma Swarco – einer Tochterfirma der Swarovski-Gruppe – anbringen lassen.

Mit den perlenversetzten Zebrastreifen soll aber nicht etwa mehr Glamour nach Stein gebracht werden. Die winzigen Glasperlen haben mit dem Swarovski-Schmuck und den Kristallfiguren rein gar nichts gemein. Sie werden eigens für Strassenmarkierungen hergestellt. «Dies mit dem Ziel, die Sicherheit zu erhöhen», sagt Roland Gröflin, Leiter des Bereichs Bau und Planung der Gemeinde. «Indem der gelben Farbe Glasperlen beigemischt werden, wird das Licht der Autos besonders gut reflektiert. Gerade in der Nacht und bei Regen werden die Streifen besser sichtbar.» Auch beim Kanton gehören die Glasperlen bei Erneuerungsarbeiten zur Standardvorgabe, sagt Kai Schnetzler, Leiter der Sektion für Verkehrssicherheit des Kantons. «Wir haben beispielsweise im Projekt Landstrasse in Kaiseraugst die Fussgängerstreifen bei der Lichtsignalanlage – bei der CoopFiliale – mit solchen Perlen erneuert.»

Verschiebung vorgesehen

Gemäss André Müller, stellvertretender Leiter des Bereichs Bau und Planung der Gemeinde, habe die neue Markierung mit rund 1000 Franken zu Buche geschlagen. Damit die Perlen ihre volle Wirkung entfalten können, müssen sie zu einem Drittel aus der Farbe herausschauen. Dafür wird zuerst die Farbe mit einer Walze aufgetragen, einen kurzen Moment später werden die Perlen darübergestreut. Pro Quadratmeter durchschnittlich 500 Gramm – ein Kilogramm des feinen Quarzsandes kostet rund zwölf Franken.

Auf dem Fussgängerstreifen in der Münchwilerstrasse auf der Höhe des Sportplatzweges habe es noch keinen Personenschaden gegeben. Dennoch habe man sich für den Einbau der reflektierenden Steine in die Markierungen entschieden, da der Fussgängerstreifen in einer Kurve liege und daher erst spät zu sehen sei, sagt Gröflin. «Es ist eine Sofortmassnahme.» Denn mittelfristig soll der Fussgängerstreifen an eine übersichtlichere Stelle kommen. Dies setzt jedoch die Verlängerung des geplanten Fuss- und Radweges bis zur Einmündung des Sportplatzweges voraus. Hierfür müsste die Gemeinde die fehlende Grundstückfläche erwerben und diese in die Bauzone umzonen. Die Erstellung des Fuss- und Radweges an der Münchwilerstrasse ist auf Ende 2019 geplant und dient der Erschliessung der Überbauung Neumatt mit insgesamt 112 Wohnungen. Mit der Verlängerung des öffentlichen Fuss- und Radweges zur Einmündung des Sportplatzwegs sind Fussgänger, die aus Richtung des Sportcenters Bustelbach kommen, nicht mehr gezwungen, die Münchwilerstrasse zu queren, was den dortigen Fussgängerstreifen überflüssig machen würde.