«Fassungslos» sei sie. Das schreibt eine Fricktalerin auf Facebook. Ihr Auto, ein schwarzer Mitsubishi-Sportwagen, sei in Gipf-Oberfrick geklaut worden. Gegenüber der AZ möchte sie keine Stellung nehmen, Recherchen zeigen aber: Die Frau hatte ihr Auto über eine Garage verkaufen wollen. Für 41 000 Franken war der Sportwagen ausserdem im Internet inseriert.

Die Aargauer Kantonspolizei bestätigt den Vorfall auf Anfrage der AZ: «Es handelt sich um ein Occasionsfahrzeug, welches ab einem Aussen-Ausstellungsplatz einer Autogarage entwendet wurde», sagt Sprecherin Barbara Breitschmid. Wie genau die Täterschaft das Auto geklaut hat, ist noch unklar. Breitschmid nennt zwei mögliche Optionen: Die Täterschaft hat das Auto aufgebrochen, es kurzgeschlossen und ist damit davongefahren. Oder das Auto wurde auf ein anderes Fahrzeug geladen und so abtransportiert.

Auto im Fahndungssystem

«Die Täterschaft ist unbekannt. Die Ermittlungen laufen noch», sagt Breitschmid. Die Polizei hat am Tatort eine Spurensicherung durchgeführt. Das Auto ist ausserdem im Fahndungssystem ausgeschrieben. «Sollte das Fahrzeug in eine Kontrolle geraten, wird es so als gestohlen erkannt», erklärt Breitschmid.

Die Kantonspolizei verzeichnet jedes Jahr mehrere Autodiebstähle. Für das laufende Jahr liegen keine aktuellen Zahlen vor, Breitschmid rechnet mit einem ähnlichen Ausmass wie in den Vorjahren. 2016 waren es 23 Diebstähle, im letzten Jahr 29. Wobei: Ermittlungen seien in solchen Fällen «erfahrungsgemäss schwierig» und nur von «mässigen Erfolgsaussichten» begleitet, so Breitschmid. Gerade, wenn es der Täterschaft gelungen ist, das Auto kurz nach dem Diebstahl ins Ausland zu bringen.

Hund verscheucht Autodiebe

Mehr Glück als die Besitzerin des schwarzen Mitsubishis hatte Ignaz Heim. Auch beim Gipf-Oberfricker machte sich jemand am Auto zu schaffen – mitten in der Nacht auf Samstag. Heim vermutet, dass die Unbekannten im Hybrid-SUV nach dem Reserveschlüssel suchten. «Alle Behältnisse waren offen und ausgeleert», sagt er.

Die Familie bemerkte einige Tage lang nichts von dem Vorfall, da sie das Auto nicht täglich benützt. Hündin Tila habe in der besagten Nacht aber lautstark und lange angegeben, erzählt Heim. Im Nachhinein sei klar gewesen, warum. Heim vermutet, dass die Täterschaft wegen Tilas Gebell «wohl rasch weiterzog».

Mehrere Autos durchsucht

Der Gipf-Oberfricker hat nun im Wohnquartier Flyer verteilt, um die Nachbarn auf die Geschehnisse aufmerksam zu machen. Ausserdem hat er die Polizei informiert. Dort sind übers Wochenende gleich mehrere Meldungen aus dem oberen Fricktal eingegangen, wonach unbekannte Täter unverschlossene Autos durchsuchten.

Kapo-Sprecherin Barbara Breitschmid bezweifelt allerdings, dass die Fälle mit dem Autodiebstahl in Gipf-Oberfrick zusammenhängen. «Es ist gut möglich, dass es bei den Durchsuchungen um Bargeld oder Wertgegenstände ging», sagt sie und empfiehlt, Fahrzeuge immer abzuschliessen – «auch wenn sie auf einem privaten Grundstück, in einer Garage oder in einem Carport abgestellt sind.»

Ignaz Heim jedenfalls ist seiner Hündin dankbar. «Wir meinen, glimpflich davon gekommen zu sein», sagt er und will in Zukunft besser auf Tila hören.