Gipf-Oberfrick
Dank einer Stimme auf den Chefsessel: SP-Frau Verena Buol wird Gemeindeammann

Verena Buol (SP) wird neuer Gemeindeammann in Gipf-Oberfrick und setzt sich damit gegen Gegenkandidat Peter Schraner durch. Allerdings war die Wahl durchaus knapp: Buol distanzierte zwar Schraner – schaffte aber nur knapp das absolute Mehr.

Hans Christof Wagner
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Bei den Gesamterneuerungswahlen in Gipf-Oberfrick setzte sich Verena Buol durch.

Bei den Gesamterneuerungswahlen in Gipf-Oberfrick setzte sich Verena Buol durch.

Walter Christen / FRI

Bei den Gesamterneuerungswahlen am Sonntag bestätigten die Gipf-Oberfricker die vier bisherigen Gemeinderäte in ihren jeweiligen Ämtern und zogen es vor, dass eine erfahrene Gemeinderätin, Verena Buol, Gemeindeammann wird. Buol gelang die Wahl an die Spitze der Exekutive. Aber mit 651 Stimmen war es hauchdünn. Das Absolute Mehr lag bei 650 Stimmen.

Vererna Buol ist neu Gemeindeammann.

Vererna Buol ist neu Gemeindeammann.

Zvg / Aargauer Zeitung

Zu den Gesamterneuerungswahlen des Gemeinderats waren die Bisherigen Verena Buol, Georg Schmid, Roger Merkle und Jos Bovens angetreten. Ihnen gelang es am Sonntag, genug Stimmen für einen Wiedereinzug für sich zu verbuchen. Das beste Resultat fuhr Schmid mit 1231 Stimmen ein, gefolgt von Buol mit 936 Stimmen, Bovens mit 930 Stimmen und Merkle mit 898 Stimmen.

Neuer Kandidatin gelingt Sensation

Unter den Bewerbern gelang Melanie Jenni die Sensation. Als Neukandidatin war sie ins Rennen gegangen und holte auf Anhieb 1021 Stimmen – Platz 2 hinter Schmid und noch vor den weiteren drei Bisherigen. Neubewerber Peter Schraner unterlag. Mit 846 Stimmen gelang ihm der Einzug in den Gemeinderat von Gipf-Oberfrick nicht. «Dass das Resultat bei der Gemeindeammann-Wahl nur eine Stimme über dem absoluten Mehr liegt, trübt meine Freude an dem Amt in keinster Weise», gibt sich Buol auf Nachfrage der AZ kämpferisch.

Peter Schraner verpasste die Wahl.

Peter Schraner verpasste die Wahl.

Zvg / Aargauer Zeitung

Dass ihre Stimmenzahl als Kandidatin für den Gemeinderat mit 936 Stimmen so deutlich über ihrer Stimmenzahl bei der Gemeindeammann-Wahl liegt, führt sie auch auf ihre Parteizugehörigkeit zurück. «Als linke SP-Frau bin ich doch für viele im Dorf polarisierend», sagt sie. Immerhin war ihr Mitbewerber Peter Schraner mit 575 Stimmen bei der Gemeindeammann-Wahl ganz schön nahegekommen. Buol sagt:

«Ich denke, dass Schraner zugutegekommen ist, dass er als Parteiloser angetreten ist.»

Für die kommenden vier Jahre als Gemeindeammann sieht sie sich gut aufgestellt. Das Team aus den vier Bisherigen stehe hinter ihr. Die Zusammenarbeit sei konstruktiv, wenn auch nicht immer harmonisch. Auch dass mit Jenni nach dem Verzicht von Regine Leutwyler eine zweite Frau im neuen Gemeinderat von Gipf-Oberfrick sitzen wird, freut Buol. Der unterlegene Peter Schraner zeigt sich auf Nachfrage enttäuscht. Er sagt:

«Ich habe mir gute Chancen auf den Einzug in den Gemeinderat ausgerechnet.»

Und das Ergebnis sei ja auch sehr knapp ausgefallen – hätten doch bei der Gemeindeammann-Wahl nur 76 und bei der Gemeinderatswahl nur 52 Stimmen gefehlt. Mit Buols Sieg sieht er einen «Linksruck» auf den Gemeinderat zukommen. Sicher habe bei der Wahl von Melanie Jenni auch die Frauenfrage mit eine Rolle gespielt. Jenni hat sich als Anwältin für Tempo 30 in allen Quartieren von Gipf-Oberfrick sicher mit einem eher linken Thema bekannt gemacht. Dennoch sagt sie: «Insgesamt sehe mich in der guten Mitte.» Die hohe Stimmenzahl, die sie überwältigt habe, sieht sie auch als Bestätigung für ihren Job als Schulpflegepräsidentin.

Melanie Jenni ist neu im Gemeinderat.

Melanie Jenni ist neu im Gemeinderat.

Zvg / Aargauer Zeitung

Nicht mit so deutlicher Wahl gerechnet

Die Gipf-Oberfricker wollten, dass sie ihr aus dem Amt gewonnenes Wissen in den Gemeinderat einbringe. Jenni sagt: «Das gibt mir gutes Gefühl und es ist ein Vertrauensbeweis.» Georg Schmid sagt gegenüber der AZ: «Ich habe mit einer Wiederwahl gerechnet, aber mit einem Ergebnis in dieser Höhe sicher nicht.» Über die Gründe für den Vertrauensbeweis könne er nur spekulieren.

Er verweist auf seine Erfahrung in der Politik und auf seine Verwurzelung und Vernetzung im Dorf. Auch dass Schmid in Gipf-Oberfrick Gemeinderat und in Frick seinem Beruf nachgeht, scheinen ihm die Stimmbürger nicht übel zu nehmen. Schmid sagt: «Ich denke, ich kann das ganz gut auseinanderhalten.» Schmid hatte erneut für das Amt des Vizeammanns kandidiert und kam bei der Wahl auf 1143 Stimmen. Er war der einzige Bewerber für das Vizeamt.

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