Wegenstetten
Gibt es noch eine Skisaison in der Föhrlimatt?

Der Winter hat sich nochmals von seiner weissen Seite gezeigt. Trotzdem lässt die erste Inbetriebnahme des Skilifts Föhrlimatt weiter auf sich warten.

Dennis Kalt
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Anstehen für 600 Meter Pistenglück: Der erste Skilift war ein Pendellift.

Anstehen für 600 Meter Pistenglück: Der erste Skilift war ein Pendellift.

Zur Verfügung gestellt

Der Winter meinte es bis dato nicht gut mit dem Betreiber des Skilifts Föhrlimatt, dem Spiel- und Turnverein (STV) Wegenstetten.

In diesem Winter stand der Lift immer still. Die letze Saison ohne Liftbetrieb liegt schon etliche Jahre zurück: «Es war der Winter 89/90», erinnert sich Skilift-Mitbegründer Gerhard Schreiber.

«Wenn ich aus meinem Fenster schaue, dann sehe ich, dass die komplette Piste mit einer weissen Decke überzogen ist», sagt Schreiber, relativiert aber, dass der schmale Schneefilm zu nass und nicht ausreichend sei, um den Lift in Betrieb zu nehmen. «Wenn der Schneefilm gefriert und es noch einmal richtig schneit, dann wird die Piste präpariert», sagt er.

Startklar für den Betrieb

Die knapp 600 Meter lange Piste kann innerhalb von drei bis vier Stunden mit Traktor und Walze präpariert werden. Die Einsatzpläne für den Pistenbetrieb wurden bereits vor der Skisaison minuziös ausgearbeitet: «Der STV Wegenstetten ist super organisiert. Es gibt drei Einsatzgruppen und jeder weiss, was er zu tun hat», lobt Schreiber. Dazu gehört auch der Einkauf der Verpflegung für die Skihütte und die Bewirtung der Gäste.

Ein Trend, der für die Besucherzahl der Skifahrer in Wegenstetten nicht gerade förderlich sei, ist, dass die Skifahrer vermehrt ihr Material ausleihen würden: «Wenn bei uns dann noch Ende Februar oder im März die Piste geöffnet wird, haben viele ihre Ski schon wieder abgegeben», erklärt Schreiber.

Die Jungen sind an der Reihe

Der mittlerweile 78-jährige Schreiber, der Anfang der 1970er-Jahre den Skilift mitinitiiert hat, ist stolz auf die vielen helfenden Hände. Vor 15 Jahren sei es mit dem ehrenamtlichen Personal schwieriger gewesen, doch mittlerweile habe sich ein Generationenwechsel vollzogen: «Die alten Herren wurde abgelöst. Die meisten, die sich jetzt engagieren, sind junge Familienväter, deren Kinder selbst Ski fahren», erzählt Schreiber.

Deswegen kann der Skilift ohne grossen finanziellen Aufwand betrieben werden: «Wir haben so gut wie keine Personalkosten», sagt Schreiber. «Wenn wir den Skilift über ein komplettes Wochenende aufmachen, dann fahren wir in der Regel kostendeckend oder machen sogar einen kleinen Gewinn», sagt der Pistenexperte. «Verlumpen» werde man nicht, auch wenn mal eine Saison kein Schnee liegt. So ginge es nicht darum, Geld zu verdienen, sondern vielmehr darum, den Menschen einen Ort für ihr Hobby in der Nähe anzubieten.

«Ich habe dennoch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir in diesem Winter den Betrieb aufnehmen können», sagt Schreiber und erzählt dabei von vielen Saisons, in denen der Winter erst im März die Wegenstettener Piste mit ausreichend Schnee bedeckte.

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