Fricktal
Gewerbe setzt auf Qualität, Zuverlässigkeit und guten Service

Schon immer musste sich das hiesige Gewerbe mit der Konkurrenz ennet der Grenze auseinandersetzen. Viele Unternehmen wissen, wie sie trotzdem konkurrenzfähig bleiben. Tipps gibt es auch von Kurt Schmid, Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes.

Janine Müller
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Der Preiskampf tobt weiter. Hiesige Gewerbler sollen auf Nischenprodukte setzen.

Der Preiskampf tobt weiter. Hiesige Gewerbler sollen auf Nischenprodukte setzen.

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Der Herbst ist die Zeit der Gewerbeausstellungen, auch im Fricktal. Die Unternehmen zeigen sich gerne, rücken ihre Produkte oder ihr Handwerk ins beste Licht. Sei es an der Expo in Frick oder an diesem Wochenende an der Hela in Laufenburg (siehe Text oben).

Doch wie geht es dem Fricktaler Gewerbe zurzeit wirklich? Welche Mittel haben die hiesigen Unternehmen gefunden, um gegenüber dem Einkaufstourismus konkurrenzfähig zu bleiben? Denn der Kundenstrom über die Grenze hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Im Februar zeigte eine neue Statistik: Der Einkaufstourismus ist nochmals um zehn Prozent gestiegen; rund fünf Milliarden Franken sind ins ausländische statt ins einheimische Gewerbe geflossen.

Kurt Schmid, Präsident des Aargauischen Gewerbeverbands, meint gar, dass sich «die Margenverengung im grenznahen Raum weiter verstärkt hat». Er befürchtet weitere Betriebsschliessungen. Möbel Märki schliesst die Filiale in Rheinfelden Anfang 2015. Dies jedoch, weil der Mietvertrag ausläuft und die Liegenschaft abgebrochen wird. Die verschärfte Situation habe aber den Entscheid bestärkt, keinen Ersatzstandort mehr in Rheinfelden zu suchen und stattdessen lieber in die nahen Standorte Egerkingen, Zuchwil und Hunzenschwil zu investieren, sagt Thomas Arioli von Möbel Märki.

Zuverlässigkeit und guter Service

Betroffen vom Einkaufstourismus ist auch die Autogarage «Auto Stocker AG» von Robert Stocker in Rheinfelden. Er stellt fest, dass viele für ein Beratungsgeschäft in sein Unternehmen kommen, um dann das Auto doch ennet der Grenze zu kaufen. «Dafür läuft das Reparaturgeschäft gut», fügt er an. Er bedauert aber, dass es Kunden gibt, die einen Karosserieschaden auch dann im Ausland beheben lassen, wenn die Versicherung bezahlt. Stocker setzt auf Qualität, Zuverlässigkeit und auf guten Kundenservice.

Dieselben Erfahrungen hat auch Peter Frey, Geschäftsführer von «Joh. Frey AG Brillen, Uhren und Schmuck» in Frick gemacht. Er stellt fest, dass mittlerweile auch Deutsche mehr Wert auf Qualität legen und darum in der Schweiz einkaufen kommen. Er bezweifelt zudem – wie andere auch – dass es in Deutschland wirklich günstiger ist. «Wenn man dieselbe Qualität vergleicht, dann kommt man hier in der Schweiz oftmals sogar günstiger weg», sagt er. Er empfiehlt den Leuten, vor einem Kauf von Brillen oder Uhren Offerten einzuholen.

Sich selber unterstützen

Die meisten Gewerbler in der Region – sei es der Autohändler, der Bäcker oder auch Grossverteiler wie Coop und Migros – setzten denn auch auf das, was die Schweiz ausmacht: Qualität, Zuverlässigkeit und guter Service. Darauf schwört auch Kurt Schmid: «Das einheimisch Gewerbe hat seine Trümpfe in der Qualität und im flexiblen Kundendienst. Qualität wird sich langfristig immer durchsetzen.»

Albi Wuhrmann, Vize-Präsident des Gewerbevereins Rheinfelden appelliert auch an das eigene Gewerbe, sich gegenseitig zu unterstützen. «Das machen zwar schon einige, aber es braucht noch viele Nachahmer.» Und er malt nicht ganz so schwarz, wie es andere tun: «Das Baugewerbe ist stark ausgelastet momentan. Das war vor einem halben Jahr noch anders.» Und Kurt Schmid ermutigt die Gewerbler zudem, auf Nischenprodukte und auch auf Social-Media zu setzen. So sollen Kunden angeworben werden.