Fricktal
Gesundheitszentrum arbeitet mit deutschen Schulen zusammen

Durch die zunehmende Zahl der über 65-Jährigen stehen die Spitäler, Heime und Betreuungsorganisationen im Fricktal vor grossen Aufgaben. Das Gesundheitszentrum Fricktal ist für diese Herausforderung eine spezielle Vereinbarung eingegangen.

Walter Christen
Drucken
Teilen
Gesundheitszentrum Fricktal

Gesundheitszentrum Fricktal

AZ

Der Aargau steht vor einer grossen demografischen Herausforderung. Denn der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung im Kanton wird von heute etwa 15 Prozent bis zum Jahr 2035 auf rund 27 Prozent ansteigen. Entsprechend wird auch der Bedarf an Unterstützungs- und Pflegeleistungen in den einzelnen Regionen stark zunehmen.

Wie sich die Situation zum Beispiel auf das Fricktal auswirken dürfte, zeigte im Rahmen des Gemeindeseminars in Frick die Leiterin Pflegedienst des Gesundheitszentrums Fricktal auf: Käthi Hirt referierte an der 5. Fricktalkonferenz über die Rolle des Gesundheitszentrums Fricktal (Spitäler Laufenburg und Rheinfelden) in der Versorgungskette pflegebedürftiger Personen.

Mehr ältere Menschen möchten länger zu Hause bleiben, in ihrer vertrauten Umgebung leben. Dabei wollen sie primär auf verschiedene ambulante Angebote zurückgreifen, wie etwa auf die spitalexterne Krankenpflege, die Spitex. «Während die über 80-Jährigen im Jahr 2008 noch 3,9 Prozent der Bevölkerung ausmachten, werden es im Jahr 2035 bereits 8,3 Prozent sein. Und in diesem Zeitraum verringert sich der Anteil der unter 20-Jährigen von 21,7 auf 18,6 Prozent», führte Käthi Hirt aus.

80 Auszubildende im Pflegedienst

Die Herausforderung sieht sie für das Gesundheitszentrum Fricktal in der «Sicherstellung eines bedarfsgerechten und qualitativ guten Angebots in der stationären Langzeitpflege, in der Gewährleistung von tragbaren Kosten in den Bereichen Pflege, Betreuung und Hotellerie und in der Gewährung hoher Qualitätsstandards durch die Bildung von Kompetenzzentren für spezialisierte Angebote». Dabei bilde die Verfügbarkeit des erforderlichen Personals einen nicht zu unterschätzenden Aspekt in diesem ganzen Gefüge. Dazu meinte Roland Agustoni aus Rheinfelden, Grossrat der Grünliberalen Partei (GLP): «Es zeichnet sich schon heute ab, dass genau diesem Punkt, der Rekrutierung von qualifiziertem Personal, die allergrösste Aufmerksamkeit zu schenken ist. Die Infrastruktur ist mit Geld zu beschaffen, beim Personal hingegen läuft das anders.»

80 Auszubildende, ausschliesslich im Pflegedienst, seien gegenwärtig beim Gesundheitszentrum Fricktal tätig, führte Käthi Hirt dazu aus. «Wir arbeiten diesbezüglich erfolgreich mit Schulen im benachbarten Deutschland zusammen.»

Auf die Situation der sich ändernden Bedürfnisse habe sich das Gesundheitszentrum Fricktal rechtzeitig auszurichten, ist auch die Meinung von Gemeindeammann Kathrin Hasler aus Hellikon: «Man darf nicht vergessen, dass der strukturelle Wandel in den Familien ebenfalls dazu führt, dass die Pflege älterer Leute im Haus auch nicht mehr gewährleistet ist.»

Die Leiterin des Pflegedienstes des Gesundheitszentrums Fricktal, Käthi Hirt, pflichtete dieser Beurteilung bei und sagte: «Für uns ist gerade in dieser Beziehung auch die Sicherstellung eines bedarfsgerechten und qualitativ guten Angebots in der ambulanten Versorgung ein weiteres wichtiges Anliegen. Die Vernetzung gewinnt dabei an Bedeutung.»