Jedes Jahr küren Radio SRF 1 und die Fernsehsendung «Schweiz aktuell» einen «Helden des Alltags». Für den Preis nominiert sind diesmal drei Personen, unter ihnen Adrian Herzog aus Wölflinswil. Er ist Inhaber des Transport-Unternehmens Herzog Wölflinswil.

Im Juli 2012 erfuhr er, dass Marcel Basler, Geschäftsführer des Konkurrenzunternehmens R. Basler Transport AG in Küttigen, eine Hirnblutung erlitten hat.

Herzog meldete sich sofort bei Baslers Ehefrau Maja. Kurzerhand bot er an, die Disposition der Lastwagen und die Geschäftsleitung der Firma zu übernehmen.

Eine grosse Hilfe für Maja Basler, die in den ersten Wochen und Monaten nach dem Hirnschlag ihres Mannes viel Zeit im Spital verbracht hat. «Alleine hätte ich das nie geschafft», sagt sie.

Bei der R. Basler Transport AG erledigt sie sämtliche Aufgaben im Administrationsbereich. Genug Kenntnis, um die Geschäftsleitung zu übernehmen, hätte sie aber nicht gehabt.

Seit nun anderthalb Jahren kümmert sich Adrian Herzog um diese Aufgaben – und das freiwillig und unentgeltlich. «Für mich ist er tatsächlich ein Held.» Darum hat sich Maja Basler beim SRF gemeldet und Herzog für die Wahl des «Helden des Alltags» angemeldet.

Nomination kommt unerwartet

Die Mitarbeiter der R. Basler Transport AG haben anfangs nicht begeistert auf Herzog reagiert. Maja Basler sagt: «Sie konnten nicht einschätzen, was nun mit der Firma passiert und dachten, dass er das Geschäft übernehmen wolle.»

Das sei aber nie die Absicht von Herzog gewesen. Inzwischen komme man beim Unternehmen mit der neuen Situation klar. Für Adrian Herzog kommt die Nomination zur Wahl des «Helden des Alltags» ganz unerwartet.

«Ich bin immer noch ganz überwältigt», sagt er, als er aus dem Radiostudio von SRF 1 kommt. Dort war er gestern Montagvormittag mit den zwei anderen Anwärtern auf den Heldentitel zu Gast und stand der Radiomoderatorin Red und Antwort.

Ein komisches Gefühl für den Transportunternehmer. Er habe immer Angst gehabt, aus Versehen ins Mikrofon zu husten, erzählt er lachend. Er scheint den kleinen Rummel um seine Person zu geniessen und ist stolz, für sein Engagement Anerkennung zu bekommen.

Obwohl er findet, dass es selbstverständlich sei, einem Kollegen in einer solchen Situation zu helfen.

Sondersendung am Sonntag

Marcel Basler und Adrian Herzog kennen sich schon länger. Sie haben sich schon früher gegenseitig unterstützt. Beide haben ihre Firma von ihren Vätern übernommen, die ebenfalls ein gutes Verhältnis miteinander pflegten.

Als Adrian Herzog die Geschäftsleitung bei Basler übernahm, habe dieser nicht gross darauf reagiert. «Etwa ein Jahr hat er kein Interesse an der Firma gezeigt.» Erst seit kurzem komme er wieder ab und zu vorbei, schaue sich die Lastwagen an und finde langsam zurück in den Alltag.

Als das Kamerateam von SRF Adrian Herzog porträtierte, war auch Marcel Basler vor Ort. Herzog schildert, wie er in seinem Rollstuhl sass und sagte: «Danke, ohne dich würde es nicht gehen.»

Noch bis zum Sonntag, 2. Februar, kann online abgestimmt werden, wer «Held des Alltags» werden soll. Der Sieger wird dann am selben Tag in einer Sondersendung zwischen 9 und 12 Uhr auf Radio SRF 1 bekannt gegeben.