Möhlin
Gesamtweltcup-Gewinner Matthias Kyburz: «Das ist die Krönung der Saison»

13 Medaillen hat Matthias Kyburz bisher in seiner Karriere an Welt- und Europameisterschaften gewonnen. Nur eines fehlt im Palmarès des 26-Jährigen aus Möhlin: eine Medaille über die Langdistanz, die Königsdisziplin im Orientierungslauf. Nun hat er in Aarau och den Gesamtweltcup gewonnen.

Nadine Böni
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Orientierungsläufer Matthias Kyburz gewinnt in Aarau den Gesamtweltcup. Remy Steinegger

Orientierungsläufer Matthias Kyburz gewinnt in Aarau den Gesamtweltcup. Remy Steinegger

KEYSTONE

Europameister, Weltmeister, Gesamtweltcupsieger – der Möhliner Orientierungsläufer Matthias Kyburz (26) blickt auf eine überragende Saison zurück. Im Interview mit der az zieht er Bilanz, spricht über die Herausforderungen der kommenden Saison und darüber, wie schön es ist, im eigenen Bett zu schlafen.

Am Sonntag in Aarau haben Sie sich den Sieg im Gesamtweltcup gesichert. Was bedeutet Ihnen dieser Titel?

Der Gesamtweltcup ist sicherlich die Krönung der vergangenen Saison. Dass die letzten Läufe in Aarau – also so nahe an meiner Heimat – stattgefunden haben, machte alles noch ein wenig spezieller. Es waren viele Freunde, meine Familie und Mitglieder des Fanklubs vor Ort. Schade war einzig, dass ich nach dem Lauf am Sonntag gleich abtransportiert wurde, bevor ich überhaupt jemandem Hallo sagen konnte (lacht).

Abtransportiert?

Am Abend war ich in der Sendung Sportpanorama beim Schweizer Fernsehen zu Gast. Daher war alles zeitlich etwas eng und entsprechend durchgeplant. Dafür war der Auftritt im Sportpanorama ein Erlebnis. Diese Sendung habe ich schon als Kind immer geschaut – und hätte mir nie träumen lassen, dass ich dort selber einmal Studiogast sein werde.

Sie konnten über viele Erfolge, gerade aus dieser Saison, berichten. Welches waren Ihre Highlights?

Geprägt war die Saison durch die zwei grossen Wettkämpfe: die Europameisterschaft im Frühjahr in Tschechien und die Weltmeisterschaft im Sommer in Schweden. Dass ich an beiden Anlässen die Goldmedaille über die Mitteldistanz gewinnen konnte, ist aussergewöhnlich. Und jetzt noch der Sieg im Gesamtweltcup. Das waren die drei Meilensteine der Saison.

Und jetzt gönnen Sie sich eine Pause?

Am Wochenende steht noch die Schweizer Meisterschaft auf dem Programm. Ansonsten ist die Saison abgeschlossen. Es geht nun darum, langsam herunterzufahren, sowohl mental als auch mit den Trainings. Ich freue mich, nach den vielen Wettkämpfen und Trainingslagern in aller Welt einmal über längere Zeit im eigenen Bett zu schlafen (lacht).

Wie lange geht denn die Pause?

Geplant sind drei bis vier Wochen. Etwas quer im Programm steht noch die MilitärWeltmeisterschaft, die im November in Brasilien stattfindet. Ich sehe sie nun einfach als Trainingsauftakt für die kommende Saison an und freue mich auf die Reise.

Apropos kommende Saison: In der Vorbereitung im vergangenen Winter arbeiteten Sie stark an Ihrer Technik und im mentalen Bereich. Wo setzen Sie dieses Jahr den Schwerpunkt?

Das ist eine gute Frage, die ich allerdings noch nicht beantworten kann. Nach dem Saisonabschluss folgt die Analyse. Erst dann wird sich zeigen, in welchen Bereichen noch Potenzial vorhanden ist, wo ich in der Vorbereitung den Hebel ansetzen kann und wie die Ziele für die kommende Saison aussehen.

Etwas fehlt in Ihrem grossen Palmarès noch: Eine Medaille über die Langdistanz, der Königsdisziplin im OL.

Das ist richtig – und das ist sicher noch ein grosses Ziel. Das motiviert. Aber ganz allgemein ist es nicht so, dass ich Probleme mit der Motivation hätte. Ich freue mich bereits jetzt darauf, wenn es im Frühling wieder losgeht.