Hornussen
George Winet: «Ich habe einen unheimlichen Frust»

George Winet demissioniert als Präsident des Elternvereins. Aus seinem Rücktritt musste der Verein nun die Konsequenzen ziehen.

Geri Hirt
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Unzufrieden

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Thomas Wehrli

Die Gemeinderatswahlen in Hornussen – mit der Wiederwahl von George Winet als Gemeinderat, nicht aber als Gemeindeammann – haben auch im Elternverein Konsequenzen: George Winet demissioniert als Präsident des Vereins, ebenso Vorstandsmitglied Rebekka Brack und die Leiterin des Mittagtischs, Handan Celik.

Eine kurzfristig anberaumte Versammlung brachte nicht das angestrebte Resultat, nämlich eine neue Präsidentin oder Präsidenten für den Elternverein. George Winet, der als Gemeindeammann seinerzeit das Präsidium übernahm, zog aus der Wahlschlappe seine Konsequenzen. «Ich habe einen unheimlichen Frust», gestand Winet. «Ich hatte vorher keine Feinde. Erst seit ich diesen Job mache.» Eingangs erläuterte er die Abrechnung des Kücheneinbaus im Untergeschoss der Turnhalle, die dank Eigenleistungen und Rabatten günstig abschloss. Mit einer Gegenstimme wurde die Abrechnung genehmigt.

An Weiterführung des Vereins interessiert

Der neu zum Vizeammann gewählte Guy David ortete in der Doppelfunktion von George Winet als Gemeindeammann und Präsident des Elternvereins ein gewisses Problem. Der Gemeinderat sei an einer Weiterführung des Vereins und insbesondere des Mittagstischs interessiert, zumal damit die Integration und der Zusammenhalt gefördert werden, sagte David. Er räumte ein, dass es an der Information gefehlt habe, was Gerüchte gefördert habe. Einzelne Gemeinden würden die Betreuungspersonen und die Aufgabenhilfe «richtig entschädigen». Im Fall von Hornussen müsste eine entsprechende Vorlage zuerst von der Gemeindeversammlung bewilligt werden, was frühestens an der Herbstgemeindeversammlung möglich wäre.

Betreuerin tritt zurück

Die Betreuerin des Mittagstischs, Handan Celik, arbeitete bisher ehrenamtlich, sofern man ihre Stundenentschädigung von ein bis zwei Franken nicht als Lohn betrachtet. Sie ist offensichtlich im Dorf Anfeindungen ausgesetzt, sodass ihr die Lust an der Weiterführung des Mittagstischs verloren ging. «Ich möchte nicht länger den Dorftrottel spielen», sagte sie ohne Bitterkeit, jedoch mit sichtlicher Enttäuschung. Den Vorschlag von Gemeinderatsvertreter Guy David, bis zu einer neuen Lösung noch bis Ende Jahr auszuharren, lehnte sie ab.

«Ohne George Winet gibt es keinen Mittagstisch. Er hat viel gearbeitet und damit viel bewegt», erklärte die einzige im dreiköpfigen Vorstand verbleibende Lucia Vogel. Aus Überzeugung, dass der Mittagstisch eine gute Sache sei, wolle sie im Vorstand verbleiben. George Winet sei die geeignete Person für das Präsidium. «Seine Demission tut mir in der Seele weh», sagt sie.

Aktivitäten vorläufig eingestellt

Da sich spontan niemand zur Mitarbeit erklären konnte und weder die beiden Vorstandsmitglieder George Winet und Rebekka Brack noch die Betreuerin des Mittagstischs Handan Celik sich zum Weitermachen bewegen liessen, beschlossen die anwesenden Mitglieder einstimmig, den Elternverein einstweilen zu sistieren. Das Vereinsvermögen wird der Finanzverwaltung zur Aufbewahrung übergeben. Somit werden sämtliche Aktivitäten des Elternvereins per Ende Schuljahr eingestellt.

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