Herznach-Ueken

Genossenschaft für günstigen Wohnraum: «Das Bedürfnis besteht»

Das Ziel vor Augen: Hans Hort, Bernhard Hehlen, Sabine Lenzke, David Kläusler und Werner Deiss (v.l.)

Das Ziel vor Augen: Hans Hort, Bernhard Hehlen, Sabine Lenzke, David Kläusler und Werner Deiss (v.l.)

Eine neu gegründete Genossenschaft will günstigen und effizienten Wohnraum schaffen. Die Mitglieder brachten dafür ein Startkapital von 40 000 Franken zusammen. Ein erstes Projekt ist auch schon in Sicht.

40 Personen sind am Mittwochabend der Einladung zur Gründung der Wohnbaugenossenschaft HerznachUeken gefolgt – und alle haben sich gleich als Genossenschafter eingeschrieben. «Der Aufmarsch ist höchst erfreulich und zeigt, dass ein Bedürfnis nach preiswertem Wohnraum besteht», sagte der Hauptinitiant und designierte Präsident, David Kläusler.

Die Idee, die jetzt konkrete Formen angenommen hat, kreiste schon längere Zeit in einigen Köpfen. Abklärungen bei den Wohnbaugenossenschaften Wölflinswil und Wittnau motivierten dazu, das Ziel weiter zu verfolgen.

Im Gründungsbericht, welcher der Gründungsversammlung vorgelegt wurde, sind die Ziele klar definiert: Kauf oder Übernahme bestehender Liegenschaften oder Bauland im Baurecht und Schaffung preisgünstiger Wohnungen für Einzelpersonen und Familien. Grossen Wert wird auf die Ökologie und die Bauqualität gelegt: «Die Wohnungen sollen zweckmässig und energieeffizient gebaut werden.» So sollen die Gebäude wenn möglich mit Solar-, Photovoltaik- und mit Regenwasseranlagen ausgestattet werden.

Schon 40 Genossenschafter

Jeder der 40 Genossenschafter oder Genossenschafterinnen war bereit, einen Anteilschein von 1000 Franken zu zeichnen. Damit wird die Wohnbaugenossenschaft mit einem Startkapital von 40 000 Franken handlungsfähig, um sich an konkrete Projekte heranzuwagen. Bei Vorliegen eines Projekts sind die Genossenschaftsmitglieder eingeladen, weitere Anteilscheine zu zeichnen oder Kredite zu einem dannzumal festzulegenden Zinssatz zur Verfügung zu stellen.

Die Versammlung genehmigte sodann die Statuten und wählte den fünfköpfigen Vorstand mit David Kläusler aus Herznach als Präsident. Dem Vorstand gehören im Weiteren an: Hans Hort, Ueken (Vizepräsident); Bernhard Hehlen, Herznach; Werner Deiss, Herznach sowie Sabine Lenzke, Ueken. Als Revisionsstelle ist der Schweizerische Verband für Wohnungswesen bestimmt worden; Domizil der Genossenschaft ist Herznach.

Beschlossen wurde ebenfalls, dass die Genossenschafts-Anteilscheine bis zum Vorliegen eines Projekts nicht verzinst werden. Ebenso verzichtet der Vorstand während dieser Zeit auf eine Entschädigung, was die Versammlung mit Applaus quittierte.

Erstes Projekt in Sicht

Der frisch gewählte Genossenschafts-Präsident David Kläusler machte klar, dass man sich nicht als reine Alterswohnbau-Genossenschaft versteht: «Es sollen altersmässig durchmischte Bauten geschaffen werden, in denen die Nachbarschaftshilfe funktionieren wird.» Selbstverständlich hätten ältere Personen Vorrang.

Als eine Möglichkeit für ein erstes Projekt könnte sich die Übernahme des sogenannten «Härdihauses» unterhalb der Kirche ergeben. Die Gemeinde, die über ein Vorkaufsrecht verfügt, könnte als eine mögliche Variante die Liegenschaft im Baurecht an die Genossenschaft abtreten.

Die Gemeinde käme somit zu jährlichen Baurechtszinsen, während die junge Genossenschaft sich nicht verschulden müsste. «Eine Win-win-Situation», wie David Kläusler sagte. Noch sei alles offen, und die Fühler würden auch in andere Richtungen ausgestreckt, ergänzte Kläusler.

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