Frick
Geni Hüssers bewegtes Leben gefeiert

In fröhlich geselliger Runde und bei einem feinen Vier-Gänge-Menü erinnerte das Meck-Team an den Maler, Musiker, Fotografen und Weltenbummler Geni Hüsser.

Ingrid Arndt
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Gino Suter (l.) und Andrei Ichtchenko bei ihrem Auftritt im Meck. ARI

Gino Suter (l.) und Andrei Ichtchenko bei ihrem Auftritt im Meck. ARI

1930 in Frick geboren und mit fünf Geschwistern aufgewachsen, studierte er an der Gewerbeschule Basel, hatte in Frick ein eigenes Atelier. Auch nach seinem Umzug in Richtung Aarau und seinen langen Aufenthalten vor allem in Kenia blieben seine Bindungen in die alte Heimat eng. Bis zu seinem Tod vor einem Jahr gestaltete er noch Ausstellungen und konzertierte öffentlich.

Zu sehen waren an diesen Abend einige Bilder seiner abstrakten Kunst, kleine Geschichten aus seinem bewegten Leben wurden erzählt und Musik gespielt, die er besonders liebte. Er hatte sie überwiegend von seinen Reisen auf den Balkan und Frankreich mitgebracht.

Reicher Fundus

Alle diese Stücke hat er zwar nicht selbst komponiert, jedoch die Noten nach Gehör selbst zu Papier gebracht. Aus diesem reichen Fundus von mehr als 250 Liedern, Tänzen, Volksmusik und Klassik hatten Gino Suter aus Frick (Geige) und Andrei Ichtchenko aus Baden (Akkordeon) eine Auswahl besonders schöner Melodien mitgebracht. Hüsser verband vor allem in den letzen Jahren mit Suter eine tiefe Freundschaft, gemeinsam musizierten sie auch.

«Er war ein ganz besonderer Mensch mit grossem Herzen, tiefsinnig, hatte mit dem glamourösen Schein absolut nichts am Hut, wichtig war ihm stets das ehrliche Sein», erinnert sich der Freund. Und weiter: «Der Grund dafür, dass er die Noten nach Gehör niederschrieb, lag besonders in Geni Hüssers jungen Jahren an den sehr bescheidenen finanziellen Mitteln, über die er verfügte. Für das Geld, das er sich als Musikant verdiente, kaufte er sich Malutensilien.»

Die Gäste im Meck durften einen wunderschönen Klezmer geniessen mit seinen typischen Schluchzern und Trillern, ausdrucksstark, mal langsam, mal schnell mit orientalischer Harmonik, flotte Zigeunerweisen, Lieder voller Romantik, rebellischen Jazz, Tango, Walzer und den Schweizer Ländler «Anneli, wo bisch geschter gsi?». Da gab es dann kein Halten mehr im Publikum, begeistert wurde mitgesummt, gesungen und geklatscht. Als Zugabe gab es Klassik von Mozart und Händel, die Hüsser auch sehr schätzte.

Briefe aus Kenia

Martin Erb, Bruno Meier und Jörg Schweizer gaben kleine Episoden aus Hüssers Leben oft recht humorvoll zum Besten. Sie lasen Briefe aus Kenia vor, in denen er unter anderem bedauert, dass dies wohl nun aufgrund seines Alters der letzte Aufenthalt sei, sie betonten sein Können als Grafiker und immer wieder seine extreme Bescheidenheit.

Im November diesen Jahres wird es im Kornhauskeller in Frick eine Ausstellung seiner Bilder zu sehen geben sowie ein Konzert mit Genis Musik.