Frick
Geni Hüsser war etwas Besonderes – nun trägt ein Weg seinen Namen

Geni Hüsser sei ein ganz besonderer Mensch gewesen, darin waren sich alle einig, die zur Einweihung des nach ihm benannten Weges am Samstag gekommen waren.

Ingrid Arndt
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Familienangehörige und Freunde von Geni Hüsser mit Vertretern der Gemeinde bei der Einweihung.

Familienangehörige und Freunde von Geni Hüsser mit Vertretern der Gemeinde bei der Einweihung.

Ingrid Arndt

Geboren 1930, ist Hüsser mit fünf Geschwistern in Frick aufgewachsen. Er studierte an der Gewerbeschule in Basel Gebrauchsgrafik, richtete sich im Haus Bollag sein erstes Atelier ein. Auch nach seinen Umzug in Richtung Aarau und seinen langen Aufenthalten in Kenia blieben die Bindungen in die alte Heimat eng. Neben seiner Liebe zur abstrakten Malerei war er auch immer wieder fasziniert von der Musik, spielte selbst Geige und Akkordeon.

Er komponierte zwar nicht selbst, hat jedoch die Noten nur nach Gehör zu Papier gebracht. Die Stücke brachte Hüsser von seinen vielen Reisen mit.

Hüsser arbeitete als freier Mitarbeiter in einem Werbeatelier, war Flachmaler und tätig in unterschiedlichen Fabriken. 1977 gründete er das Duo Wirz-Hüsser und ein Salonorchester, er musizierte bei vielen öffentlichen Auftritten bis kurz vor seinen Tod 2012. Für das Geld, das er sich als Musikant verdiente, kaufte er sich Malutensilien. Malen – das war seine grosse Leidenschaft. Er malte niemals, um berühmt zu werden, zu keiner Zeit hat er sich um Fördermittel oder Stipendien bemüht. Er lebte, um zu malen und er lebte mit seinen Bildern.

«Ein Mensch, auf den unsere Gemeinde stolz sein kann» betonte Gemeinderat Thomas Stöckli anlässlich der kleinen Einweihungsfeier des etwa 300 Meter langen, steil nach oben gehenden Weges, der hinter der Gärtnerei beginnt und am Römerweg endet. Und weiter: «Ein Weg, abseits vom Verkehrsgetümmel, auf dem sich die Kinder wohlfühlen können. Die weit über den Weg ragende Hängebuche erinnert daran, dass Geni Hüsser es auf keinen Fall wollte, dass ihre Zweige je gestutzt werden. Denn, so seine Meinung, wenn er darunter wegkäme, könne das auch jeder andere.» Mit dieser Namensgebung will der Gemeinderat von Frick Geni Hüssers kulturelles Schaffen ehren und die Erinnerung an ihn wach halten. Gekommen waren zur Einweihungsfeier neben Gemeindeammann Daniel Suter und Gemeinderat Thomas Stöckli auch Hüssers Tochter Jelka Schütz mit Ehemann und Freunde des Malers.

«Da meine Mutter durch ihre ganztägige berufliche Tätigkeit tagsüber ausser Haus war, war mein Vater in meiner Kindheit stets unmittelbare Bezugsperson und vertrauensvoller Ansprechpartner. Er hat mir viele Freiheiten gelassen und war immer für mich da» erinnert sich die Tochter. Seine Freund Bruno Meier aus Herznach denkt gern zurück an die intensiven Diskussionen mit Hüsser zum Thema Kunst, einvernehmlich oder nicht, aber immer fair. Lachend erzählt er von so manch witzigen Einfall bei ihren Einsätzen gegen die Atomkraft, wie sie Mengen von Toilettenpapier bedrucken liessen mit dem Satz «Darauf sch.....ich» und damit auch noch rasenden Absatz hatten. Immer wieder plagten Geni Hüsser Selbstzweifel, er meinte, nicht gut genug zu sein. «Aber dazu gab es überhaupt keinen Grund, er war ein fähiger Künstler», betonte der Freund.

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