Neubauprojekte

Generationen werden verbunden: Stein bekommt ein Gesundheitszentrum

In der ersten Bauetappe bleibt das bestehende Gebäude (links) stehen, der Neubau gliedert sich um ihn herum.

In der ersten Bauetappe bleibt das bestehende Gebäude (links) stehen, der Neubau gliedert sich um ihn herum.

Die Stiftung für Krankenpflege errichtet ein Zentrum mit Arztpraxen, Wohnungen und einer Wohngemeinschaft für Senioren. Das Wachstum der Gemeinden und die zunehmende Alterung der Bevölkerung werden antizipiert.

Die Gemeinde Stein erhält mitten im Dorf ein Zentrum für Gesundheit. Initiatorin des Projektes, das demnächst öffentlich aufliegt, ist die Stiftung für Krankenpflege Stein. Sie will mit dem Bauprojekt, das in zwei Etappen realisiert werden soll, ihren Stiftungsauftrag den neuen gesellschaftlichen Begebenheiten anpassen.

Die Stiftung, die ihrem Zweck nach die Pflege und Betreuung von kranken und gebrechlichen Einwohnern der Gemeinde Stein sicherstellen will, sieht im Projekt die Chance, die Generationen zu verbinden und zugleich älteren Personen die Möglichkeit zu bieten, weiterhin selbstbestimmt zu wohnen.

«Viele der Generation über 60 möchten nicht in eine klassische Pflegesituation eintreten, sondern wenn möglich ein autonomes Leben führen», ist sich die Stiftung sicher. Gleichzeitig wünschen sie sich, bei Bedarf massgeschneiderte Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. «Wohnen mit Service» heisst das. Auch das sieht das Konzept vor.

Dass es ein Gesundheitszentrum in Stein braucht, davon ist der Stiftungsrat um Präsident Urs Buser überzeugt. «Stein und die umliegenden Gemeinden des mittleren Fricktals verfügen über ein Defizit an Haus- und Spezialärzten», schreiben sie in den Projektunterlagen. Den geplanten Neubau, den der Stiftungsrat sinnigerweise «Casa- cura» nennt, sehen sie denn auch als «einen wegweisenden Schritt zur Grundversorgung im mittleren Fricktal». Die beiden Ärzte im Dorf habe man über das Projekt informiert, sagt Buser. Beide begrüssen das Projekt der Stiftung.

Ärztekompetenzzentrum im Erdgeschoss

Das Gesundheitszentrum, das die Stiftung vis-à-vis der reformierten Kirche bauen will, antizipiert zwei gesellschaftliche Trends: das Wachstum der Gemeinden und die zunehmende Alterung der Bevölkerung. «Die Bevölkerung ist heute auch im Alter gesund und will möglichst selbstbestimmt leben.»

Diese beiden Ebenen, die gesundheitliche und die demografische, bringt die Stiftung in ihrem Projekt zusammen. Im Erdgeschoss soll ein Ärztekompetenzzentrum entstehen. Der Stiftungsrat favorisiert dabei eine Hausarztpraxis sowie Fachpraxen – etwa eine Kinderarztpraxis –, Therapieräume oder ein Ambulatorium. Erste Gespräche mit Interessenten würden laufen, sagt Buser.

Besonderen Wert legt die Stiftung auf die Begegnungszone und eine offene Architektur. So soll der Neubau für Fussgänger passierbar bleiben. «Hier soll ein lebendiger Ort entstehen, der neuen Wohnkonzepten und Lebensmodellen ebenso Raum gibt wie einem innovativen Praxen- und Pflegemix», hält die Stiftung fest.

Diese Durchlässigkeit der (Lebens-)Formen spiegelt sich auch in den beiden Wohngeschossen wider. Im ersten Stock ist eine Cluster-Wohnung geplant. Das ist eine Wohngemeinschaft für Senioren, in der jeder Bewohner zum einen ein eigenes Zimmer mit Dusche, WC und Kochzeile hat. Zum anderen gruppieren sich die sechs Studios um einen Gemeinschaftsraum mit Wohnen, Küche, Essplatz und Aussensitzplatz.

«Dies ermöglicht einerseits Rückzugsmöglichkeiten mit uneingeschränkter Privatsphäre und andererseits die Vorteile der Gemeinschaft», hält die Stiftung fest. Dienstleistungen wie Verpflegung, Reinigung oder Wäsche sollen über einen externen Homeservice-Anbieter erbracht werden.

Wohnungen sind primär für ältere Personen gedacht

Weiter sind im ersten OG in der ersten Etappe zwei 2,5- und zwei 3,5-Zimmer-Wohnungen geplant, in der zweiten Etappe kommt eine 2,5- und eine 5,5-Zimmer-Wohnung hinzu. Die kleineren Wohnungen sind primär für ältere Personen gedacht. Im zweiten Obergeschoss, das die Stiftung unter das Label «Generationen Wohnen» stellt, sind in der ersten Bauetappe sechs Wohnungen geplant, in der zweiten zwei.

Läuft mit dem Baugesuch alles rund, will die Stiftung mit dem Bau der ersten Etappe Ende 2020 oder Anfang 2021 starten. In dieser bleibt die alte Liegenschaft mit dem Spitexanbau an der Gartenstrasse noch bestehen. Die ersten Bewohner, Therapeuten und Ärzte könnten dann 2023 im Casa-cura einziehen.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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