Raumordnung
Gemeinsamer Brennpunkt: Siedlungsgebiet Rheinfelden-Ost grenzt an Möhlin

Gemeindebehörden von Möhlin und Rheinfelden pflegen die Zusammenarbeit und bemühen sich um eine Lösung für das Entwicklungsgebiet Rheinfelden-Ost, die den Vorstellungen aller Beteiligten entspricht.

Walter Christen
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Gruppenfoto der Gemeinderäte von Möhlin und Rheinfelden, samt Kadermitarbeitern der Verwaltungen, am Montagabend vor dem Gemeindehaus in Möhlin.

Gruppenfoto der Gemeinderäte von Möhlin und Rheinfelden, samt Kadermitarbeitern der Verwaltungen, am Montagabend vor dem Gemeindehaus in Möhlin.

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Die Nachbargemeinden Möhlin und Rheinfelden verfolgen am Brennpunkt beider Interessen gemeinsame Planungsschritte – im Entwicklungsgebiet Rheinfelden-Ost. Dieses reicht bis an den Bahnhof Möhlin heran und grenzt an Möhliner Wohngebiet. Der Kanton schlägt in der Richtplananpassung für jenes Areal die Einzonung von 2,3 Hektaren Land vor. Somit erhält das Gebiet grosse Bedeutung für den Wohnungsbau an bevorzugter Lage.

Gemeinsame Planungsstrategie

Der Gemeinderat Möhlin hat die politischen Parteien ins Boot geholt und zur Stellungnahme aufgefordert. «Soll das Dorf weiter wachsen? Wenn nicht, geht die Entwicklung an uns vorbei», so Gemeindeammann Fredy Böni, der am Montag bei der Präsentation einer gemeinsamen Planungsstrategie mit der Nachbargemeinde Rheinfelden betonte: «Was im Entwicklungsgebiet von Rheinfelden-Ost geschieht, direkt vor den Toren Möhlins, darf uns nicht egal sein. Deshalb verfolgen wir zwei Gemeinden ein Ziel in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Möhlins Gemeindeammann Fredy Böni: «Was im Entwicklungsgebiet Rheinfeldens geschieht, vor den Toren von Möhlin, darf uns nicht egal sein.»

Möhlins Gemeindeammann Fredy Böni: «Was im Entwicklungsgebiet Rheinfeldens geschieht, vor den Toren von Möhlin, darf uns nicht egal sein.»

Der Möhliner Ammann schälte bei dieser Gelegenheit die Aspekte der neuen eidgenössischen Raumordnung und deren Umsetzung im Aargau heraus. Gepocht werde in Zukunft auf den haushälterischen Umgang mit dem Boden, auf eine geordnete Besiedlung, auf eine stärkere Eindämmung der Zersiedlung, auf eine bessere Trennung von Bau- und Nichtbaugebieten, auf eine kompaktere Siedlungsentwicklung, eine bessere Nutzung brachliegender Bauzonen, eine zwingendere Verkleinerung überdimensionierter Baugebiete und auf den konkreten Ausgleich von Planungsvorteilen.

Im Aargau legt der neue Richtplan (die Vernehmlassung mit Anhörung/Mitwirkung dauert noch bis zum 20. September) die Grösse des Siedlungsgebiets insgesamt und abschliessend für 25 Jahre fest. Es müssen alle Flächen berücksichtigt werden, die voraussichtlich für die bauliche Entwicklung bis ins Jahr 2040 benötigt werden.

«Eine schwierige Thematik»

Kommentar von Walter Christen: Raumplanung ohne Grenzen

Eine Lösung der Planungsaufgaben im Entwicklungsgebiet Rheinfelden-Ost/Möhlin streben die Nachbargemeinden in Zusammenarbeit an. So wollen es die beiden Gemeinderäte, wie am Hintergrundgespräch am Montag in Möhlin betont wurde (vgl. Bericht auf dieser Seite), und so wird es für beide Gemeinden sicher von Vorteil sein. Denn vorbei sind die Zeiten, in denen stur nach (Gemeinde-)Grenzen geplant wurde. Die Exekutivmitglieder von Rheinfelden und Möhlin haben richtig erkannt, dass sich gerade in der raumplanerischen Herausforderung für das Entwicklungsgebiet Rheinfelden-Ost – wo der Rheinfelder Bann direkt bis an den Bahnhof Möhlin und das dortige Wohngebiet reicht – in gemeinsamer Bearbeitung gangbare Wegen einschlagen lassen. Man darf gespannt sein auf die Planungsresultate.

«Wir stehen jetzt am Anfang einer schwierigen Thematik, die wir aber gemeinsam mit der Gemeinde Möhlin angehen wollen», stellte der Rheinfelder Stadtammann Franco Mazzi am Montag in Möhlin beim Hintergrundgespräch über die Zusammenarbeit im Rahmen der neuen Raumordnung fest. So wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit den Themen des Rheinfelder Entwicklungsgebiets an der Grenze zu Möhlin befasst. In einer Stellungnahme an den Planungsverband Fricktal Regio sind bereits die ersten Entwicklungs- und Wohnschwerpunkte aufgezeigt worden.