Laufenburg

Gemeinsam Weihnachten feiern ist ein Beitrag zur Integration

"Die Asylsuchenden übernehmen das Guetzli backen."

Dora Freiermuth, IG Asyl.

"Die Asylsuchenden übernehmen das Guetzli backen."

IG Asyl organisiert eine Feier für Asylsuchende und für die Bevölkerung. Damit wollen sie ihnen die hiesige Kultur näher bringen. Zusammensein und sich kennen lernen ist das Ziel der Feierlichkeit.

Der letzte Monat im Jahr ist auch immer die Zeit der vielen funkelnden Lichter, der geschmückten, reich dekorierten Häuser und der fantasievollen Adventsfenster. In den Geschäften lockt ein nicht mehr überschaubares Angebot an möglichen Weihnachtsgeschenken. Und in der Luft liegt der Duft von Zimt, Apfel und Lebkuchen. Kurz: Es weihnachtet sehr. Eine Zeit, in der auch die Gemeinschaft einen erhöhten Stellenwert geniesst. Die Freude auf das gemeinsame Feiern ist vielfach spürbar.

Gemeinsam feiern, das ist auch von der Laufenburger IG Asyl geplant. Dabei geht es den Verantwortlichen nicht darum, ein christliches Fest zu zelebrieren, sondern den in Laufenburg untergebrachten Asylbewerbern etwas von der hiesigen Kultur zu zeigen. Und dazu gehören auch ein geschmückter Christbaum, feines Weihnachtsgebäck und stimmige Adventslieder. Die Feier soll aber auch den in der Geschützten Operationsstätte (Gops) und der Privatliegenschaft an der Hinteren Bahnhofstrasse untergebrachten Männern aus verschiedenen Ländern die Möglichkeit bieten, etwas von sich einzubringen. Das können beispielsweise Lieder aus ihrer Heimat sein. «Es ist ein Integrationsanlass», sagt Dora Freiermuth von der IG Asyl. Diese Interessengemeinschaft wurde spontan von einer Gruppe Leute ins Leben gerufen, als bekannt wurde, dass Laufenburg rund 100 Asylsuchende aufnehmen wird.

Die Gruppe hat in ihrer aktiven Hilfe bereits einiges auf die Beine gestellt. Sie bieten Deutschunterricht an, organisieren Fahrdienste, sammeln Kleider, laden zum Sport ein und eben aktuell: «Wir sind mitten am Organisieren für die gemeinsame Feier am 23. Dezember.» Um die verschiedenen Aufgaben und Projekte alle auch anpacken und umsetzen zu können, hat sich die IG Asyl in verschiedenen Gruppen organisiert. Eine davon ist mit der Durchführung der Feier am 23. Dezember betraut.

Gemeinsame Organisation

Bei dieser Organisation sind ebenfalls die Asylsuchenden mit eingebunden. Sie werden unter anderem das «Guetzli backen» übernehmen. «Am Anlass teilnehmen kann, wer will. Wir möchten auch die Bevölkerung einladen, zu kommen», erklärt Dora Freiermuth. Weil der erst vor wenigen Wochen von den Mitgliedern der IG Asyl gemeinsam mit den Asylsuchen hergerichtete Treffpunkt im «Schützen» nur eine bestimmte Anzahl Leute zu fassen vermag, braucht es eine Anmeldung für die Feier. Die genauen Angaben wird die IG Asyl nächste Woche im amtlichen Publikationsorgan veröffentlichen.

Sachspenden statt Geschenke

Werden an der Feier Geschenke erwartet? «Wir haben darüber nachgedacht», so Dora Freiermuth. Sie seien aber davon abgekommen. Die Laufenburgerin nennt aber gleichwohl «Geschenke», vielmehr Spenden, die es dringend braucht und für die ein weiterer Aufruf auch gemacht wird. «Die in Laufenburg untergebrachten Männer frieren. Sie brauchen warme Kleidung. Vor allem Jacken und Schuhe. Aber auch Turnschuhe, damit sie am gemeinsamen Fussballspielen teilnehmen können.» Weiter dringend benötigt seien zudem Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Unterwäsche und Socken.

Zusammensein, sich kennen lernen und miteinander singen – das ist das Ziel der Feier, die am 23. Dezember im Treffpunkt im «Schützen» stattfindet. Im Schein von vielen funkelnden Lichtern.

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