Hornussen

Gemeindeversammlung stimmt ab: Kommt bald Tempo 30 im ganzen Dorf?

Auf Quartierstrassen wie der Ittenthalerstrasse soll künftig Tempo 30 gelten.

Auf Quartierstrassen wie der Ittenthalerstrasse soll künftig Tempo 30 gelten.

Hornussen entscheidet über die flächendeckende Einführung von Tempo 30. Begegnungszonen sin keine geplant. Auch wenn noch keine öffentliche Kritik geäussert wurde, dürfte die Abstimmung spannend werden.

Der Hornusser Gemeinderat will Tempo 30 – und zwar im ganzen Dorf. Über einen entsprechenden Verpflichtungskredit in Höhe von 30'000 Franken stimmt der Souverän am Mittwoch an der Gemeindeversammlung ab. Das Gros des Geldes wird für Signale und Markierungen ausgegeben. «Bauliche Massnahmen zur Verkehrsberuhigung sind keine geplant», sagt Gemeindeammann George Winet. «Daher wird es mit 30'000 Franken auch so preisgünstig.»

Begegnungszonen, wo mit dem höchstens erlaubten Tempo 20 Autofahrer noch mehr vom Gaspedal runter müssten, wird es Winet zufolge keine geben. «Wir haben das geprüft, aber verworfen.» Tempo 20 einzuhalten, sei für Autofahrer schwierig. Zudem hätten die Vortrittsrechte in Begegnungszonen den Verkehrsfluss insbesondere von Lastwagen zu stark gestört.

«Es geht nicht ums Abkassieren»

Winet unterstreicht: «Tempo 30 kommt nur in den Quartierstrassen. Hauptstrasse und Zeiherstrasse sind als Kantonsstrassen davon ausgenommen. Dort sind auch in Zukunft 50 Kilometer pro Stunde erlaubt.» Und: «Uns geht es nicht ums Abkassieren. Wir gehen davon aus, dass es auch ohne viele Tempokontrollen geht.»

Winet weiss: «Tempo 30 ist ein Thema, das polarisiert.» Dennoch glaubt er, dass der Souverän Ja zur Verkehrsberuhigung sagen wird. Der Gemeindeammann stützt seinen Optimismus darauf, dass sich im Vorfeld öffentlich niemand kritisch zum Projekt geäussert habe. Zudem sei es ja mit 30'000 Franken deutlich billiger geworden. Ursprünglich waren für die flächendeckende Variante von Tempo 30 in Hornussen 80'000 Franken kalkuliert worden.

Öffentlich hat sich bisher niemand kritisch geäussert, auch nicht Karl Wehrli. Auf Nachfrage aber sagt Hornussens alt Gemeindeammann zum Thema Abkassieren: «Ein Tempolimit muss auch kontrolliert werden.» Und er bezweifelt, dass es Tempo 30 überall im Dorf wirklich braucht: «Tatsächlich kritisch ist doch nur die Schulstrasse», findet er.

Aber auch Wehrli schätzt, dass das Geschäft heute durchkommt. Wobei das Thema in der Vergangenheit durchaus für Diskussionen sorgte. Im November 2018 war Tempo 30 nur dank einer Stimme Mehrheit überhaupt auf der Agenda geblieben. Nicht wenige fanden damals, dass mit Tempo 50 im Dorf eigentlich alles okay sei. Bei der Gemeindeversammlung im Sommer 2019 votierten dann 77 Personen für den Projektierungskredit, um das Projekt Tempo 30 erst einmal aufzugleisen. 38 Stimmbürger sagten aber auch Nein dazu. Es könnte also spannend werden.

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