Bezirk Laufenburg
Gemeindeverband will neue Profi-Strukturen – Kritikern sind die Kosten zu hoch

Der Gemeindeverband Bezirk Laufenburg stellt sich neu auf und führt das Geschäftsleitungsmodell ein. Mit einem deutlichen Ja haben die Abgeordneten die neuen Strukturen mit Kosten von geschätzt 190'000 Franken angenommen.

Hans Christof Wagner
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Der Gemeindeverband zieht Ende Jahr in das «Zentrum Hinterer Wasen» in Laufenburg ein.

Der Gemeindeverband zieht Ende Jahr in das «Zentrum Hinterer Wasen» in Laufenburg ein.

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Noch wird der Gemeindeverband Bezirk Laufenburg (GV) von einem Vorstand geleitet, in dem viele Ammänner der 18 angeschlossenen Gemeinden sitzen. Hauptamtliches Personal gibt es nur bei den GV-Diensten – Kindes- und Erwachsenenschutzdienst, Jugend- und Familienberatung, Logopädischer Dienst und Mütter und Väterberatung.

«So wie jetzt geht es nicht mehr weiter», sagte am Mittwochabend GV-Präsident Werner Müller, Gemeindeammann von Wittnau: «Wir brauchen professionellere Strukturen.» Für Müller gibt es viele Pro-Argumente: Entlastung des Vorstands und der Dienste von operativen und administrativen Aufgaben, einheitliche Führung der Dienste, neutrale Ansprechpersonen für die Verbandsgemeinden, besserer Informationsfluss zwischen Vorstand und Diensten, positiver Beitrag zu einem Zusammenwachsen der Dienste an ihrem neuen Domizil in Laufenburg.

Dagegen bestand die Kontra-Liste nur aus zwei Punkten – ganz vorne die Kosten. 190 000 Franken stehen im Raum, um damit eine Geschäftsführer-Stelle (50 Prozent) und zwei Jobs für Sekretariat und Empfang (je 40 Prozent) zu finanzieren. Weitere 20 Prozent Personalressourcen wären gebunden, wenn die Stadt Laufenburg wie geplant die Rechnungsführung für den GV übernehmen soll.

«40 Prozent für einen Geschäftsführer ist das absolute Minimum», betonte Müller, der auch eine mögliche Personalunion mit Rheinfelden ansprach. Der dortige Gemeindeverband habe schon einen hauptamtlichen Leiter und gute Erfahrungen mit dem Modell gemacht. Auch eine Kraft am Empfang brauche es, argumentierte Müller, um der mitunter «schwierigen Klientel» der GV-Dienste Ansprechperson zu sein.

«Das ist alles eine Nummer zu gross für uns», sagte in der Diskussion Peter Stähli, Gemeinderat aus Schwaderloch. Die Personalkosten seien ebenso wie das Anforderungsprofil der Stellen zu hoch. Stähli bezweifelte, dass sich qualifizierte Fachleute auf die Stellen mit Teilzeitpensen bewerben. Für ihn sind auch die 28 000 Franken für die externe Rechnungsführung durch Laufenburg zu viel. Renate Bitter, Gemeindepräsidentin von Eiken, sagte: «Das Geschäftsleitungsmodell ist gut, aber die Kosten sind zu hoch.» Das sei, wie «von einem Velo auf einen Ferrari umzusteigen».

Keine Ferrari-Lösung

Daniel Suter, Gemeindeammann von Frick: «Wir haben schon vor rund sechs Jahren das Geschäftsleitungsmodell diskutiert und es damals abgelehnt. Das war der grösste Blödsinn, den wir machen konnten.» Und: «Wir steigen auf keinen Ferrari um, es ist allenfalls ein Wechsel vom Dreirad zum normalen Auto.» Letztlich folgten bei der Abstimmung die 32 anwesenden Gemeindevertreter dieser Argumentation: 29 sagten Ja, zwei Nein, einer enthielt sich.

Einstimmig Ja sagten die Abgeordneten zu Kosten in Höhe von 275 000 Franken für die Ausstattung des neuen Domizils in Laufenburg, das Ende 2017 bezogen werden soll.