Kaisten

Gemeinderatswahlen: FDP-Präsident gegen Parteilosen

Raphael Lemblé (links) und Stephan Wiestner

Raphael Lemblé (links) und Stephan Wiestner

Nach der Gemeinderatswahl könnten drei Gemeinderäte in Ittenthal wohnen.

Bei den Gesamterneuerungswahlen in Kaisten tritt Gemeindeammann Franziska Winter nicht mehr an. Ihre vier bisherigen Mitstreiter, Arpad Major (FDP), Willy Burkhalter (SP), Stefan Moser und Oliver Brem (beide parteilos) dagegen stellen sich am 24. September für eine weitere Amtszeit zur Verfügung. Als Ammann kandidiert neu Arpad Major, Stefan Moser möchte Vizeammann bleiben. Für den freien Sitz haben Raphael Lemblé (FDP) und Stephan Wiestner (parteilos) ihre Kandidatur eingereicht.

Raphael Lemblé steigt zum ersten Mal in einen Gemeinderatswahlkampf. «Ich habe vor vier Jahren schon kurz damit geliebäugelt», sagt er. «Das Amt reizt und interessiert mich.» Zudem sei jetzt der richtige Zeitpunkt für die Kandidatur. «Mit 39 ist man im perfekten Alter», so der Kommandant der Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal mit einem Schmunzeln.

Niederlage vor zwei Jahren

Für Stephan Wiestner ist es dagegen bereits der zweite Anlauf zur Wahl in den Gemeinderat. Bereits vor zwei Jahren hat der heute 60-jährige Kaufmann und Informatiker bei der Ersatzwahl nach dem Rücktritt von Marco Zaugg kandidiert. Er belegte damals den letzten Platz der drei Kandidaten. Gewählt wurde «Rückkehrer» Arpad Major, der schon vor seinem beruflichen Auslandaufenthalt acht Jahre im Gemeinderat sass. Auf die jetzige Wahl habe die damalige Niederlage keinen Einfluss, ist Wiestner überzeugt. «Die beiden Wahlgänge sind nicht vergleichbar. 2015 war es fast klar, dass Arpad Major nach seiner Rückkehr wieder gewählt wird.»

Wiestner kandidiert parteilos. «Ich gehöre zur politischen Mitte», sagt er, «aber ich möchte kein Parteibüchlein haben.» Das ermögliche ihm, unabhängig von Parteiinteressen die eigene Meinung zu vertreten. Für FDP-Ortsparteipräsident Raphael Lemblé dagegen «ist es wichtig, eine Partei im Hintergrund zu wissen». Nicht um im Rat Parteipolitik zu betreiben, sondern um «die Stimmung im Dorf ausloten zu können».

«Gemeinde ist ein Ganzes»

Nicht nur in Sachen Parteizugehörigkeit unterscheiden sich die beiden neuen Kandidaten. Sie sind auch in unterschiedlichen Ortsteilen wohnhaft: Lemblé wohnt in Kaisten, Wiestner ist vor acht Jahren von Kaisten, wo er zuvor 15 Jahre wohnte, nach Ittenthal gezogen.

Von den vier bisherigen Gemeinderäten wohnen jedoch bereits zwei – Stefan Moser und Oliver Brem – im Ortsteil Ittenthal. «Das ist für meine Kandidatur sicher ein Nachteil», sagt Stephan Wiestner. Dennoch tritt er an. «Ich fühle mich beiden Ortsteilen zugehörig, sehe das Dorf als Ganzes», sagt er. Raphael Lemblé seinerseits hofft, dass die Ortsteile bei den Wahlen keine Rolle spielen. «Die Gemeinde ist ein Ganzes, das sollte nach acht Jahren in den Köpfen verankert sein.»

Finanzen und Wachstum

Beide Kandidaten wollen sich nach einer Wahl für das Wohl des Dorfes einsetzen – setzen dabei aber unterschiedliche Schwerpunkte. «In den nächsten Jahren müssen wir hauptsächlich die Finanzen im Auge behalten», sagt Lemblé. Er gehört seit vier Jahren der Finanzkommission an und wäre «nicht abgeneigt», das Ressort auch im Gemeinderat zu übernehmen. «Sollte ich gewählt werden, stelle ich aber als Neuer sicher keine Ansprüche.»

Wiestner liegt eine andere Thematik am Herzen. «Die aktuelle Politik in Kaisten ist eher auf Wachstum ausgerichtet», sagt er. «Kaisten sollte jedoch den Aspekt des Ländlichen wieder vermehrt pflegen.» Gerade das Dorffest vor zehn Tagen habe gezeigt, welch grosser Zusammenhalt im Dorf herrsche. «Diesen Zusammenhalt müssen wir bewahren.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1