Münchwilen

Gemeinderat verkaufte das Feuerwehrmagazin – das stösst den Vereinen sauer auf

Die Petitionsübergabe fand vor dem Gemeindehaus statt.Bild: dka

Die Petitionsübergabe fand vor dem Gemeindehaus statt.Bild: dka

139 Petitionäre fordern, dass der Verkauf des Gebäudes rückgängig gemacht wird – das kann laut Gemeinde aber nur der Käufer.

Der Verkauf des alten Feuerwehrmagazins durch den Gemeinderat an eine Privatperson stösst einigen Vereinen im Dorf sauer auf. Nachdem Daniel Lüthy und Walter Hunziker vom Verkauf aus der Zeitung erfuhren, lancierten sie eine Petition, die den Gemeinderat auffordert, den Verkauf des Feuerwehmagazins rückgängig zu machen, damit den Vereinen – Männerriege, Feuerwehrverein und Gemischter Turnverein – das Lokal weiter als Lager zur Verfügung steht.

139 von 560 stimmberechtigten Münchwilern unterzeichneten die Petition, die Lüthy und Hunziker gestern Nachmittag an Ammann Bruno Tüscher übergaben. Die beiden alt Gemeindeammänner und Ehrenbürger Hansruedi Geiger und Willy Schürch flankierten die Übergabe, um der Petition Nachdruck zu verleihen.

«Natürlich macht dies Eindruck. Wir werden diese Petition deswegen aber nicht anders behandeln, als wir es bei einer anderen Petition tun würden», sagt Tüscher. Das Petitionsanliegen würde man an der nächsten Gemeinderatssitzung traktandieren. Gleichzeitig weist Tüscher jedoch daraufhin, dass dem Verkauf ein rechtsgültiger Vertrag zu Grunde liege. Den Verkauf rückgängig machen, könne nur der Käufer. «Wir werden ihn selbstverständlich über die Petition informieren», schiebt Tüscher nach.

Der Verkauf sollte vor die Gemeindeversammlung kommen

Lüthy und Hunziker wollen das Gespräch mit dem Käufer suchen. «Wünschenswert wäre es etwa, wenn sich dieser dazu entschliessen würde, das Gebäude an die Ortsbürgerstiftung für den gleichen Preis zu verkaufen, zu dem er es von der Gemeinde erworben hat. Damit könnten die Ortsbürger das Gebäude den Vereinen wieder zur Verfügung stellen», so die Initianten unisono. Der Kaufpreis lag bei 70'000 Franken.

Neben dem Verkauf selbst, ist es vor allem die Art, wie der Verkauf vonstattenging, über die sich die Petitionäre enervieren. Zwar räumt die Gemeindeordnung dem Gemeinderat die Kompetenz ein, Liegenschaften bis zu einer Summe von 250'000 Franken pro Rechnungsjahr zu verkaufen, Tüscher hätte aber an einem Treffen mit Vereinsvertretern im Juni 2019 erklärt, dass ein allfälliger Verkauf vor die Gemeindeversammlung käme. Tüscher bestätigt, dass es dieses Treffen gab, sagt jedoch: «Die Vereine erwähnten damals, dass nicht viel Material im Gebäude eingelagert sei. Diese Information haben wir so mit in den Gemeinderat genommen.»

Autor

Dennis Kalt

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