Eiken

Gemeinderat und Vorsorgeberater: «Ruhe muss ins Dorf zurück»

Gemeinderat Stefan Grunder ist in der Gemeinde Eiken fest verwurzelt.

Gemeinderat Stefan Grunder ist in der Gemeinde Eiken fest verwurzelt.

Gemeinderat Stefan Grunder will Ammann werden und wieder Konstanz in die Eiker Politik bringen.

Mit Peter Balzer, Patrik Balmer und Renate Bitter demissionierten in der Amtsperiode 2014/17 gleich drei Eiker Ammänner vorzeitig. Daneben kam es zu weiteren Rücktritten im Gremium, oftmals aufgrund von internen Spannungen. Nun will sich der bisherige Gemeinderat Stefan Grunder, 55, am 24. September zum Gemeindeammann wählen lassen. Wieso er zuversichtlich ist, dass das Gremium die nächste Amtsperiode ohne Rücktritt übersteht, erklärt er im Interview.

Herr Grunder, Eiken hat in der aktuellen Amtsperiode mit Abstand den grössten Personalverschleiss an Gemeinderäten im Fricktal. Was ist da eigentlich los?

Stefan Grunder: Seit den letzten drei Monaten ist im Gemeinderat Ruhe eingekehrt. Bei uns hat es klick im Kopf gemacht. Grundlage hierfür ist der gegenseitige Respekt, den wir seit drei Monaten leben.

Von Ruhe konnte in den Jahren zuvor ja nicht die Rede sein. Woran lag es, dass es im Gremium geharzt hat?

Die Kameradschaft ist in der Vergangenheit nicht immer da gewesen. Die Köpfe haben nicht zusammengepasst. Und einige Gemeinderatsmitglieder wollten zu viel auf einmal.
Balzer, Balmer, Bitter – mehr als 17 Monate hielt es keiner der drei Eiker Ammänner aus.

Wieso wollen Sie sich diesen Schleudersitz antun?

Es ist kein Schleudersitz. Wenn das Gremium gut organisiert ist, dann ist das Amt des Ammanns ein toller Job. Und ich freue mich darauf. Zudem bin ich nicht der Typ, der etwas machen will und dann nur ein halbes Jahr später den Bettel hinwirft. Ich will die vier Jahre durchziehen. Unser Ziel ist es, als Gremium in den nächsten vier Jahren Konstanz und Ruhe in die Eiker Politik zu bringen – ohne Demissionen.

Wie schätzen Sie mit dem jetzigen Gremium die Chancen hierfür ein?

Wir sind alle relativ neu dabei und in ein Chaos reingekommen, jedoch in den letzten Monaten stark zusammengewachsen. Alle Ratsmitglieder sind hoch motiviert. Wenn wir die Ressorts gut verteilen, die Entscheidungen, die wir als Gremium fällen, geschlossen nach aussen hin vertreten und umsetzen, bin ich mir sicher, dass wir die nächste Amtsperiode bewältigen werden.

Gibt es bereits einen Kandidaten für den fünften Sitz im Gremium?

Nein. Wenn jedoch die Bevölkerung merkt, dass es ein Gremium hat, das vorwärtsschaut, dann wird sich spätestens bis zum zweiten Wahlgang ein geeigneter Kandidat finden.

Nochmal zurück zu den vielen personellen Wechseln im Gremium: Ist dadurch die Projektarbeit auf der Strecke geblieben?

Was sicher gelitten hat, ist die Bauverwaltung. Es ist viel liegen geblieben. Wir sind jedoch auf dem besten Weg, die Pendenzen aufzuarbeiten.

Eine weitere Herausforderung ist die Verkehrsbelastung: Schon seit etlichen Jahren staut sich der Verkehr zu den Spitzenzeiten bei der Einmündung entlang der Laufenburger- in Richtung Eiker Hauptstrasse. Was wollen Sie dagegen tun?

Klar ist, dass wir den Kreisel, den das Bundesamt für Strassen als Ersatz für die Lichtsignalanlage plant, mit allen Mitteln verhindern wollen. Ein Kreisel würde die Durchflussrate des Verkehrs am Verkehrsknoten erhöhen und zu einer starken Zunahme des Rückstaus am Nadelöhr von der Laufenburger- zur Hauptstrasse führen. Die Frage ist doch, ob man Millionen für einen Kreisel investieren will, der das Problem verschärft, oder ob man ein paar 10 000 Franken für eine Lichtsignalanlage investiert, die als Rückstaubremse die Situation entschärft.

Haben Sie ein Motto für Eiken?

Eiken ist lebenswert. Dafür muss wieder mehr getan werden.

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Autor

Dennis Kalt

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