Stein

Gemeinderat nimmt einen dritten Anlauf – für Häppchen und Wein ins alte Zollhaus

Das alte Zollhaus steht seit Jahren leer.

Das alte Zollhaus steht seit Jahren leer.

Steiner Souverän stimmt über Verlauf ab – bei einem Ja soll der Gastrobetrieb 2022 starten. Dem ansässigen Verein soll es daneben möglich sein, die Räumlichkeiten zu nutzen.

Trostlos und brach liegt das alte Zollhaus am Steiner Brückenkopf da. Bereits zwei Mal scheiterte der Gemeinderat mit seinen Sanierungs- und Auf­wertungsvorhaben für die historische Liegenschaft am Votum des Souveräns. Nun nimmt der Gemeinderat einen dritten Anlauf, das ungenutzte Gebäude wieder mit Leben zu füllen – dies durch die Hand des Gansingers Edgar Steinacher, der dem Gemeinderat ein Kaufangebot unterbreitet hat.

Steinacher, dem die «Sonne» im Mettauertaler Ortsteil Etzgen gehört, und der Steiner Gemeinderat haben sich auf eine Kaufsumme von 500'000 Franken geeinigt. Ob es zum Verkauf kommt, entscheidet der Steiner Souverän an der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember. «Natürlich steigt so langsam die Anspannung, ob es mit dem Kauf klappt», sagt Steinacher. Dieser plant die Liegenschaft zu sanieren und in dieser einen gastronomischen Betrieb einzurichten. Unklar sei noch, ob es über dem Gastrobetrieb ein oder zwei Wohnungen geben soll.

Der Wunsch schlummerte schon lange in ihr

Steinacher schätzt, dass er für die Sanierung zwischen 500000 und eine Millionen Franken in die Hand nehmen muss, und betont, dass es sich um «kein renditeorientiertes, sondern um ein Projekt von Herzen» handelt. So sei es seine langjährige Bekannte Franziska Zurfluh gewesen, die mit der Idee auf ihn zugekommen sei, dort einen Gastrobetrieb zu etablieren. Klappt es mit dem Kauf, wird denn auch Zurfluh den Gastrobetrieb pachten. «Im Idealfall soll im Frühjahr/Sommer 2022 eröffnet werden.»

In der 43-Jährigen schlummert schon lange der Wunsch, einen Gastrobetrieb zu führen. Seit Juni macht die Betreibungsbeamtin ein Praktikum im «Airpick» in Schupfart und ist an ihrem Wirtepatent. «Es ist für mich eine Herzensfreude, wenn ich als Gastgeberin die Menschen glücklich machen kann», sagt sie zu ihrer Motivation, am Steiner Brückenkopf eine neue Wohlfühloase zu schaffen.

Im alten Zollhaus soll es heimelig werden

Ein Bild, das sie im Kopf hat, ist etwa jenes von Gästen, die bei einem Glas Wein von der Gartenterrasse ihren Blick über die Uferpromenade schweifen lassen und den lauen Sommerabend geniessen oder sich im Winter bei einer Tasse Kaffee und selbst gemachten Kuchen es sich heimelig machen.

Ein fester Koch soll nicht engagiert werden. So soll denn die Karte kulinarisch leichter gehalten werden – etwa Caesar-Salat oder selbst gemachte Bruschetta «Gut vorstellbar sind etwa Themenabende, zu denen ein Störkoch ein Menü zubereitet», so Zurfluh. Darüber hinaus denkt sie an einen Cocktail der Woche, die Location für Hochzeitsapéros anzubieten oder auch bei der Stadt Bad Säckingen anzufragen, das alte Zollhaus in deren Stadtführungen mit einzubeziehen.

Geplant sei zunächst, den Gastrobetrieb von Donnerstag bis Sonntag zu öffnen. Daneben soll es den ansässigen Vereinen auch möglich sein, die Räumlichkeiten zu nutzen. «Mir ist es wichtig, dass das alte Zollhaus der Bevölkerung erhalten und zugänglich bleibt. Ich will niemandem etwas wegnehmen», sagt sie und hofft, dass der Souverän für ein wieder schmuckes Zollhaus grünes Licht gibt.

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Autor

Dennis Kalt

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