Kaisten
Gemeinderat möchte Senioren mitten im Dorf haben

In Bezug auf die geplante Überbauung mit altersgerechten Wohnungen samt Spitex Stützpunkt empfiehlt der Gemeinderat das Projekt Schulstrasse zu Ablehnung – Selbst bringt er einen Standort im Mitteldorf ins Spiel.

Susanne Hörth (Text und Fotos)
Merken
Drucken
Teilen
Neues Projekt: Gesamtüberbauung Mitteldorf.

Neues Projekt: Gesamtüberbauung Mitteldorf.

«Darum prüfe, wer wo baut», betitelte die az nach der Kaister Sommergemeindeversammlung einen Kommentar. Dieses Prüfen nimmt der Kaister Gemeinderat wie auch das Kaister Stimmvolk sehr ernst.

Es geht um das Bauen von altersgerechten Wohnungen, mit Spitex-Stützpunkt und Gemeinschaftsraum. Fokussierten sich diese Planungen zuerst auf das gemeindeeigene Areal Hofacher, brachte an der Sommergmeind die FDP zusätzlich das Projekt Schulstrasse ins Spiel. Der Gemeinderat präsentiert nun als zusätzliche Variante die Gesamtüberbauung Mitteldorf.

An der Sommergmeind wies das Kaister Stimmvolk den Projektierungskredit (245 000 Franken) für die Ausarbeitung eines Bauprojektes und einer Kostenberechnung für eine Übernahme eines Gebäudes auf der geplanten Grossüberbauung auf dem Areal Hofacher zurück. Teil der Planungen war es auch, den Stützpunkt der Spitex sowie einen Gemeinschaftsraum in der neuen Überbauung zu realisieren.

Aufträge an den Gemeinderat

Einer der im Juni gut geheissene Überweisungsantrag verlangte, den Landverkauf an den Investor schnellstmöglich umzusetzen sowie die Realisierung von mindestens zehn altersgerechten Wohnungen in der Hofacher-Überbauung. Der zweite, ebenfalls zustande gekommene Überweisungsantrag betraf das Projekt Schulstrasse 8 und 10 (in diesen gemeindeeigenen Liegenschaften sind zurzeit Asylbewerber untergebracht). Die Orts-FDP erachtet es als durchaus möglich, nach einem Abriss der beiden älteren Gebäude eine Gesamtüberbauung mit altersgerechten Wohnungen und Spitex-Stützpunkt zu realisieren.

An die Behörde wurde der Antrag überwiesen, auf die nun kommende Gemeindeversammlung einen entsprechenden Projektierungskredit auszuarbeiten. Der Gemeinderat ist diesem Auftrag nachgekommen. Den nun traktandierten Projektierungskredit in Höhe von 70 000 Franken empfiehlt die Behörde jedoch zur Ablehnung.

Adrian Ackermann, Präsident der FDP Kaisten erklärt auf Anfrage, dass die Partei die Ablehnung wie auch das Projekt Mitteldorf anhand der in diesen Tagen verschickten Versammlungsunterlagen zur Kenntnis genommen habe. Am 13. November werde die FDP die Gmeind-Traktanden an einer Parteisitzung diskutieren.

Der Gemeinderat begründet seine ablehnende Haltung gegenüber dem Projekt Schulstrasse unter anderem damit, dass für ältere Menschen der Aktionsradius durch körperliche Einschränkungen verringert wird. Möglichst nahe zur Wohnung gelegene Dienstleistungen seien daher sehr wichtig. «Das Umfeld sollte einerseits abwechslungsreich und andererseits auch ruhig sein und dem älteren Menschen somit erlauben, in nächster Nähe zu seiner Wohnung am täglichen Leben teilzunehmen, wie auch Ruhezonen zu finden», so die gemeinderätliche Botschaft. Das Projekt Schulstrasse erfülle diese Voraussetzungen nicht. Das neu zur Diskussion stehende Projekt Mitteldorf hingegen schon.

70 000 Franken für Vorprojekt

Der Gemeinderat beantragt für das Vorprojekt «Studie Mitteldorf» einen Kredit von 70 000 Franken. Da, wo sich schon heute Dorfladen mit Postagentur, Bank, in der Nähe zudem das Gemeindehaus wie auch die Kirche befindet, ist laut Gemeinderat das Potenzial für eine Gesamtüberbauung mit altersgerechten Wohnungen sowie Spitex-Stützpunkt gross. Aus rein strategischen Gründen hat der Gemeinderat bereits vor einiger Zeit die an die Raiffeisenbank anschliessende Altliegenschaft Bäckerei Ackermann erworben. Damit soll direkt Einfluss auf die künftige Gestaltung des Mitteldorfes genommen werden können.