Gemeindepolitik
In Gipf-Oberfrick treten am 26. September vier von fünf Gemeinderäten wieder an

Bei den Gesamterneuerungswahlen im Herbst ist Kontinuität angesagt. Bis auf Gemeindeammann Regine Leutwyler kandidieren wieder alle. Und auch, wer in ihre Fussstapfen treten möchte, ist bereits klar.

Hans Christof Wagner
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Roger Merkle, Jos Bovens, Verena Buol und Georg Schmid (von links) stellen sich im September zur Wiederwahl in den Gemeinderat.

Roger Merkle, Jos Bovens, Verena Buol und Georg Schmid (von links) stellen sich im September zur Wiederwahl in den Gemeinderat.

zvg/Montage:az/cri

Grosse Kontinuität im Gemeinderat von Gipf-Oberfrick: Bei den Gesamterneuerungswahlen für die Amtsperiode 2022 bis 2025 am 26. September treten bis auf Gemeindeammann Regine Leutwyler alle vier weiteren aktuellen Mitglieder des Gemeinderates wieder an. Das sind Georg Schmid, Verena Buol, Jos Bovens und Roger Merkle.

Tritt nicht mehr an: Gemeindeammann Regine Leutwyler.

Tritt nicht mehr an: Gemeindeammann Regine Leutwyler.

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Regine Leutwyler hatte schon vergangenes Jahr erklärt, nach fast 20 Jahren im Gemeinderat nicht mehr antreten zu wollen. Im Herbst 2020 ist sie 64 Jahre alt geworden. «Damit habe ich das Pensionsalter erreicht», sagt die für Soziales und Gesundheit zuständige Gemeinderätin auf Nachfrage der AZ. Seit 2002 im Gremium zieht sie eine gemischte Bilanz:

«Die 20 Jahre als Gemeinderätin bleiben mir in guter Erinnerung, die acht Jahre als Gemeindeammann eher weniger.»
Will Gemeindeammann werden: Verena Buol.

Will Gemeindeammann werden: Verena Buol.

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In Leutwylers Fussstapfen als Gemeindeammann will Gemeinderätin Verena Buol treten. Die 60-Jährige gehört der Exekutive von Gipf-Oberfrick seit 2018 an und hat bisher das Schulressort unter sich. Sie sagt:

«Ich stehe sehr gerne vorne. Ich habe gerne den Lead, auch privat und beruflich.»

Damit umschreibt sie ihre Motivation, am 26. September als Kandidatin anzutreten und «die Führungsfunktion zu übernehmen», wie sie sagt. Ihr sei bewusst, dass sie als Gemeindeammann künftig stärker im Fokus stehen wird: «Ich scheue die Verantwortung nicht», betont sie und verweist darauf, als Präsidentin der Schulpflege bereits Führungserfahrung gesammelt zu haben.

Mit 100 Prozent Berufstätigkeit kaum zu vereinbaren

Beruflich und privat sieht sich die Teilzeitbeschäftigte und Mutter zweier erwachsener Kinder gut aufgestellt, den Anforderungen an der Spitze der Exekutive nachzukommen. «Die Herausforderung wird ja immer grösser und immer mehr Sitzungen finden an Nachmittagen statt», berichtet sie. Das sei für jemanden, der Vollzeit tätig ist, kaum zu leisten.

Tritt wieder als Vizeammann an: Georg Schmid.

Tritt wieder als Vizeammann an: Georg Schmid.

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Zu 100 Prozent berufstätig und mit zwei Kindern im Alter von drei und sechs Jahren Familienvater ist Georg Schmid, der im September wieder antritt, aber nicht als Gemeindeammann kandidiert. Er begründet auf Nachfrage dieser Zeitung seinen Entschluss so:

«Ich arbeite zu 100 Prozent in leitender Position. Meine Mitarbeiter erwarten, dass der Chef persönlich präsent ist.»

Weiterhin das Amt des Vizeammanns auszuüben, sei mit dem Job gut vereinbar, die Position des Ammanns damit zu kombinieren indes nicht. «Wäre ich angetreten, hätten mich meine Kollegen in der Kandidatur unterstützt», sagt Schmid. «Es gab keinen Disput. Es war meine persönliche Entscheidung.» Schmid gehört dem Gemeinderat seit 2012 an, findet das Amt nach zehn Jahren «immer noch spannend und interessant» und möchte auch in Zukunft sein «Wissen für die Gemeinde einsetzen».

Froh über «interne» Lösung im Gemeinderat

Tritt wieder an: Roger Merkle.

Tritt wieder an: Roger Merkle.

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Tritt wieder an: Jos Bovens.

Tritt wieder an: Jos Bovens.

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Verena Buol ist jetzt vor allem froh darüber, eine «interne» Lösung gefunden zu haben. Sie sagt: «Ich freue mich, dass vier von den fünf aktuellen Gemeinderäten wieder antreten, und darauf, mit einem bewährten Team die kommenden vier Jahre zu gestalten.»

Die Wahl am 26. September vorausgesetzt, sieht sie als Gemeindeammann eine der Zukunftsaufgaben darin, die vergangenes Jahr abgeschaffte Schulpflege neu in den Gemeinderat zu integrieren. Sie sagt:

«Gipf-Oberfrick ist eine Wachstumsgemeinde mit lebendigen und politisch interessierten Einwohnern. Das soll auch in Zukunft so bleiben.»

Sie stehe dafür ein, «die gute Gesprächskultur beizubehalten», wie sie sagt. Insgesamt aber habe die Gemeinde keine grossen Probleme. Nur sie hat eines mit der Bezeichnung ihres Amtes als Gemeindeammann – deshalb steht fest: Angenommen ihre Wahl gelingt, möchte sie nicht mit Frau Gemeindeammann angesprochen werden.

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