Fricktal
Gemeinden müssen sparen: Nur noch alle drei Jahre ein Senioren-Reisli

Möhlin ist nicht die einzige Gemeinde, die aus Spargründen bei beliebten Anlässen wie dem Senioren-Ausflug spart. Allgemein müssen die Gemeinden im Fricktal die Gürtel enger schnallen.

Marc Fischer
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Senioren geniessen gerne das gesellige Beisammensein auf Ausflügen.

Senioren geniessen gerne das gesellige Beisammensein auf Ausflügen.

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Die Kritik an der Gemeinde Möhlin ist harsch. Ein Leserbriefschreiber macht seinem Ärger darüber Luft, dass die Gemeinde beschlossen hat, die ganztägigen Personal- und Pensioniertenausflüge nur noch alle drei Jahre durchzuführen anstatt wie bisher jedes zweite Jahr. «Eine Schande und ein Armutszeugnis» sei eine solche Sparmassnahme, urteilt der Leserbriefschreiber.

Gemeindeammann Fredy Böni sieht die Sache deutlich gelassener. «Es ist richtig, dass wir im Rahmen der Budgetberatungen für das Jahr 2016 entschieden haben, die ganztägigen Personal- und Pensioniertenausflüge nur noch alle drei Jahre durchzuführen», bestätigt er auf Anfrage.

Aber: «In den beiden Jahren ohne ganztägigen Ausflug finden weiterhin Halbtages-Exkursionen in der Region mit anschliessendem Nachtessen statt. Wir sind der Meinung, dass diese Reduktion vertretbar ist», so Böni. Man habe die Mitarbeiter und Pensionierten über den Entscheid informiert, und bisher habe es deswegen auch keine Kritik gegeben so Böni weiter, «es herrscht kein Aufruhr im Gemeindehaus.»

«Befriedigendes Ergebnis»

Weitere Kürzungsmassnahmen wie etwa das Streichen des Neujahrsapéros seien aber derzeit nicht geplant, so Böni weiter. Er betont aber auch, dass die finanzielle Situation der Gemeinde schwieriger ist als auch schon. Denn die Steuereinnahmen sind tendenziell rückläufig.

Gleichzeitig steigen die gebundenen Ausgaben, also die Kosten für Lehrerbesoldung, Spital oder Asyl, die vom Kanton auf die Gemeinden abgewälzt werden, stetig. «Dennoch haben wir 2015 ein befriedigendes Ergebnis erzielt und keine roten Zahlen geschrieben», betont Böni.

Möhlin ist nicht die erste Gemeinde, die mit derartigen Sparmassnahmen in die Schlagzeilen gerät. Vor Jahresfrist beschloss der Gemeinderat von Wittnau, dass der Seniorenausflug für die Teilnehmer nicht mehr kostenlos ist. Wer mitreisen will, muss 20 Franken zahlen.

Zunächst forderten Petitionäre, dass der Entscheid rückgängig gemacht wird, was der Gemeinderat ablehnte. «Mittlerweile ist dies im Dorf kein Thema mehr», so Gemeindeammann Werner Müller. Am Ausflug im letzten Jahr hätten wiederum rund 50 Senioren teilgenommen, gleich viele wie zuvor. Und auch Laufenburg hat 2015 beschlossen, aus Spargründen den Seniorenausflug nicht mehr jährlich, sondern im Zwei-Jahres-Rhythmus durchzuführen.

Der letztjährige Seniorenausflug fiel aus. Die Ankündigung hat keine grossen Wellen geschlagen. «Wir haben keine Reklamationen erhalten», so Gemeindeschreiber Walter Marbot. Dieses Jahr soll wieder ein Anlass stattfinden, in welcher Form ist noch offen.

Kein Thema sind solche Sparmassnahmen dagegen in Frick, wie Gemeindeschreiber Heinz Schmid auf Anfrage erklärt. «Wir führen alljährlich einen Seniorenausflug durch und es ist nicht vorgesehen, daran etwas zu ändern.» Die Ausflüge werden vom Frauenverein organisiert und mit einem Beitrag unterstützt und erfreuen sich grosser Beliebtheit. «Sie haben eine lange Tradition und ihre Berechtigung», so Schmid.