Sisseln
Gemeindehaus: Sanierung und Erweiterung kosten 2,6 Millionen Franken

Die Gemeinde informierte über die geplante Sanierung und Erweiterung.

Nadine Böni
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An der Gemeindeversammlung entscheiden die Sissler über die Erweiterung und Sanierung des Gemeindehauses. nbo

An der Gemeindeversammlung entscheiden die Sissler über die Erweiterung und Sanierung des Gemeindehauses. nbo

Nadine Böni

2,6 Millionen Franken möchte der Sissler Gemeinderat für die Erweiterung und Sanierung des Gemeindehauses ausgeben. An der Einwohnergemeindeversammlung vom 11. Juni entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über den entsprechenden Verpflichtungskredit. Am Freitagabend konnten sie sich aus erster Hand über das Projekt informieren.

Auf der Themenliste für den Informationsanlass standen neben dem neuen Gemeindehaus auch die Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) sowie die Zukunft der gemeindeeigenen Stromversorgerin Elektra. Auch über die neue BNO entscheidet die Gmeind im Juni. Als wesentliche Änderungen bezeichnete der Gemeinderat unter anderem die Erhöhung der Ausnützungsziffer sowie die Spezialzone Lehmgrube. Für Letztere soll eine Gestaltungsplanpflicht gelten. Vorgesehen ist eine Überbauung mit Mehrfamilienhäusern. Dies entspräche den Vorgaben des kantonalen Raumplanungsgesetzes, wonach verdichtet gebaut werden muss.

Die Zukunft der Elektra hingegen ist weiterhin offen: Es liegt ein Kaufangebot vor. Das Geschäft kommt allerdings erst an die Wintergemeinde. Es sei noch nicht in einem entscheidungsfähigen Stadium, hiess es an der Infoveranstaltung.

Schulhaus von 1929

Die rund 60 Anwesenden interessierten sich vornehmlich für die Erweiterung und Sanierung des Gemeindehauses – eines der grössten Projekte in der Geschichte Sisselns. Das bestehende Gebäude wurde 1929 als Schulhaus gebaut. Seit Jahrzehnten ist darin die Gemeindeverwaltung untergebracht, zuletzt umgebaut wurde das ehemalige Schulhaus vor 30 Jahren. «Nun sind auch die letzten Raumreserven vollends ausgeschöpft», sagte Gemeindeammann Rainer Schaub.

Das war allerdings nicht das einzige Argument, das der Gemeinderat für das Projekt vorbrachte. Es bestehe ein deutlicher Sanierungsbedarf, hiess es weiter. Und: Die Barrierefreiheit und Diskretion seien nicht gegeben, die Raumanordnung für Arbeits- und Administrationsabläufe nicht ideal, die Ablageflächen in den Archivräumen beschränkt sowie die Parkplatz- und Sicherheitssituation ungenügend. Ausserdem bestehe weiterer Flächenbedarf durch mehr Mitarbeitende und Auszubildende.

Das Projekt, das der Gemeinderat zur Lösung all dieser Probleme vorstellte, ist neben der Sanierung des bestehenden Gebäudes ein Anbau. Kostenpunkt für das gesamte Vorhaben: 2,6 Millionen Franken. «Dieser Betrag ist für die Gemeinde Sisseln tragbar. Wir werden uns weder verschulden noch müssen wir auf andere Projekte verzichten», so Schaub.

Der Anbau soll modern daherkommen, in Form eines Kubus mit Flachdach und einem Durchgang zum bestehenden Gebäude. Vorgesehen ist, dass der Anbau durch einen Lift barrierefrei zugänglich ist und über eine Terrasse verfügt. «Dort könnte auch einmal ein Apéro stattfinden», sagte Schaub.

Betrieb während Bauphase

Vorausgesetzt, die Gemeindeversammlung stimmt dem Projekt zu, könnte das Projekt schon in zwei Jahren realisiert sein. Noch im Herbst dieses Jahres soll das Baubewilligungsverfahren starten. Der Bau ist in Etappen geplant: Erst wird der Neubau erstellt (Herbst 2017), anschliessend das bestehende Gebäude saniert (bis März 2018). «Mit dieser Planung müssen wir nicht in ein anderes Gebäude ausweichen», so Schaub. «Während der ganzen Bauphase kann der Betrieb normal weitergeführt werden.»