Mettauertal/Schwaderloch
Gemeindefusion: Fakten auf das weisse Papier bringen

Bis im März soll in acht Facharbeitsgruppen erarbeitet werden, ob ein Zusammenschluss der Gemeinden Schwaderloch und Mettauertal sinnvoll ist. Gerry Thönen wird Projektleiter des Zusammenschlussprojektes.

Marc Fischer
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Peter Weber, Gerry Thönen und Rolf Häusler (v.l.) freuen sich auf das Projekt.

Peter Weber, Gerry Thönen und Rolf Häusler (v.l.) freuen sich auf das Projekt.

Aargauer Zeitung

Nun also doch. Die beiden Gemeinden Schwaderloch und Mettauertal beantragen an ausserordentlichen Gemeindeversammlungen am 11. September je einen Projektierungskredit in der Höhe von 30 000 Franken um Abklärungen über einen Zusammenschluss zu treffen. Bis im März soll in acht Facharbeitsgruppen erarbeitet werden, ob ein Zusammenschluss sinnvoll sei.
Offene Ausgangslage
«Da beide Gemeinden Erfahrung mit Facharbeitsgruppen haben, beginnen wir nicht ganz bei Null», führten der Schwaderlocher Gemeindeammann, Rolf Häusler und Peter Weber, Gemeindepräsident von Mettauertal unisono aus. Sie betonten aber auch: «Die Ausgangslage ist völlig offen. Vor uns liegt ein Blatt weisses Papier.» Einzig der Standort des Verwaltungszentrums sei wohl nach den Investitionen im Ortsteil Mettau nicht Gegenstand von Verhandlungen.
Als Projektleiter konnte Gerry Thönen, ehemaliger Geschäftsführer von Fricktal Regio und heute selbstständiger Berater, gewonnen werden. «Er ist ein ausgewiesener Fricktalspezialist», lobte Peter Weber. Thönen wird sowohl die fachliche Beratung als auch die Kommunikation übernehmen. «Ich freue mich auf dieses Projekt», so der frischgebackene Projektleiter, «hier arbeiten gute Leute mit grosser Ernsthaftigkeit.»
Langer Prozess
Das vorliegende Projekt geht von einer Initiative der Gemeinde Mettauertal aus. «Anfang Jahr haben wir Schwaderloch angefragt, ob ein Zusammenschluss der beiden Gemeinden infrage komme», so Peter Weber. «Auch wir haben uns schon lange mit der Zukunft unserer Gemeinde beschäftigt», führte Rolf Häusler aus, «uns schwebte gar die Vision einer Grossgemeinde Laufenburg vor.» Nach intensiven Abklärungen in alle Richtungen habe sich gezeigt, dass diese Vision vorerst nicht realisierbar sei. «Deshalb unternimmt der Gemeinderat nun mit Überzeugung den Schritt in Richtung Mettauertal.»
Tatsächlich war Schwaderloch schon früher in Fusionsprojekte involviert. 2006 verabschiedete es sich jedoch aus dem Zusammenschlussprojekt Mettauertal und Umgebung (Zumu). Die Gemeinde orientierte sich auf Antrag aus der Bevölkerung in Richtung Leibstadt und Full-Reuenthal. Doch die «Vision Rhein» scheiterte aus finanziellen Gründen.
Soll ein Zusammenschluss erfolgen, müsste er noch in dieser Legislatur - also bis Ende 2013 - erfolgen, sind sich die beiden Gemeindeoberhäupter einig. Im März sollen die Berichte der Facharbeitsgruppen vorliegen. Sprechen die Fakten für einen Zusammenschluss, folgt im Juni die Gemeindeversammlung und im August die Urnenabstimmung. Ob es soweit kommt allerdings, stehe noch in den Sternen. «Wir sehen eine Chance, sonst würden wir nicht mitmachen», so Rolf Häusler. Und Peter Weber doppelt nach: «Persönlich bin ich überzeugt, dass wir die Gemeinde stärken könnten. Allerdings beruht die Überzeugung auf einem Gefühl. Nun müssen Fakten her.»
Chancen und Zitronen
Diese Fakten sollen nun erarbeitet werden. Häusler sieht die Chancen darin, Ämter einfacher zu besetzen und die Verwaltung besser organisieren zu können. Auch die finanzielle Lage könnte gegen einen weiteren Alleingang der Gemeinde sprechen: «Wir hatten zwar zwei gute Rechnungsabschlüsse, aber das wird nicht der Regelfall sein.»
Weber glaubt, dass mittelfristig die Pro-Kopf-Verwaltungskosten sinken könnten. Er räumt aber auch ein, dass es «Zitronen» geben könnte: «Die Steuerfüsse liegen mit 107 Prozent in Mettauertal und 126 Prozent in Schwaderloch weit auseinander. Auch Schule und öffentlicher Verkehr könnten sich als Knacknüsse erweisen.» Kommentar rechts