Hellikon

Gemeindeammann Kathrin Hasler: «Ich hoffe, die Gemeinde bleibt innovativ»

Kathrin Hasler gibt Ende Jahr das Amt als Gemeindeammann von Hellikon ab. Ein Rückblick mit Ausblick.

Sie hat ihre Gemeinde in den letzten 18 Jahren mitgeprägt: ­Kathrin Hasler, 63. Seit 2001 sitzt die SVP-Politikerin im Gemeinderat von Hellikon. Von 2005 bis 2009 war sie Vizeammann und seit 2009 steht sie der Gemeinde vor.

Damals, vor ihrer Wahl zur Frau Gemeindeammann, sagte sie in einem AZ-Interview: «Ich bin die erste Frau, die kandidiert. Ich weiss nicht, wie das bei der Bevölkerung ankommt.» Es kam blendend an – Hasler wurde im ersten Wahlgang mit 80 Stimmen klar und deutlich gewählt.

Jetzt, 10 Jahre später, tritt sie auf Ende Jahr – just in der Mitte der laufenden Legislaturperiode – als Gemeindeammann zurück. Die politische Bühne verlässt sie allerdings nicht ganz: Ihr Mandat als Grossrätin behält Kathrin Hasler. Ein Rückblick in elf Eindrücken.

«Meine» Einwohner

«Die Einwohner von Hellikon sind mehrheitlich bürgerlich, traditionell, bodenständig und sehr verbunden mit dem Dorf», sagt Kathrin Hasler. Die Einwohner hätten in ihrer Amtszeit die Entscheidungen des Gemeinderates mehrheitlich getragen, «waren immer weitsichtig und vor allem um­sichtig».

Meine erste Erinnerung an das Amt

An die Vereidigung vor 18 Jahren zur Gemeinderätin erinnert sich Kathrin Hasler noch gut. Diese fand im Rathausgebäude in Rheinfelden statt und «war sehr feierlich und hat mich sehr beeindruckt».

Mein schönstes Erlebnis als Gemeindeammann

Schöne Momente habe es immer wieder gegeben, so Hasler. Einen einzelnen hervorzuheben, das sei schwierig. «Sicher war das wunderschöne Dorffest im Jahre 2009, bei dem ich aktiv als ­Vizepräsidentin amtete, ein wunderschönes nachhaltiges Erlebnis gewesen.»

Mein lustigstes Erlebnis als Gemeindeammann

Lustige Ereignisse habe sie keine erlebt, so Hasler. Ihr intensivstes Erlebnis sei der Umgang mit den verschiedensten Medien im In- und Ausland bei der Entstehung der Helliker ‹Löcher› gewesen. «Kommunikation und Krisenmanagement waren gefragt und ich wurde gefordert.»

Mein schwierigster ­Moment als Ammann

«Es waren die menschlichen Schicksale oder Tragödien», sagt Hasler. Sie war bereits vor der Einführung der Kesb Gemeindeammann. Damals war noch der Gemeinderat Entscheidungsträger bei der Anordnung fürsorglicher Massnahmen.

«Zudem war der Gemeindeammann häufig direkt involviert und musste beispielsweise vereinzelt auch mal bei häuslicher Gewalt als Schlichter vor Ort ausrücken», so Hasler. Als Gemeindeammann habe man aber auch heute immer wieder schwierige Entscheidungen zu treffen und Herausforderungen gegenüber zu treten. «Das gehört zum Alltag.»

Meine grösste ­Herausforderung

«Hellikon ist eine kleine Gemeinde mit beschränkten finanziellen Mitteln», sagt Hasler. Die grosse Herausforderung sei es, die nötigen Investitionen für eine zukunftsorientierte Gemeindeentwicklung zu tätigen, attraktiv zu bleiben und die Anliegen der Bevölkerung umsetzen zu können.

Mein grösster Erfolg

«Ich hoffe, er stellt sich noch definitiv ein: der Erhalt der Oberstufe», sagt Hasler. In ihrer Amtszeit konnten zudem viele weitere Projekte angegangen und umgesetzt werden. «Lange Jahre wurde intensiv gespart», so Hasler.

Sie habe mit einer Investitionsplanung die nötigen ­Sanierungen an Strassen – dazu gehört unter anderem die periodische Wiederinstandstellung von Flurstrassen – und an Gemeindeliegenschaften wie dem Gemeindehaus, dem Dreschschopf, der Turnhalle sowie dem Mehrzweckgebäude (Kochschule) vorangetrieben und umgesetzt.

Mein Eindruck vom ­(politischen) Fricktal

«Das Fricktal ist sehr gut unterwegs», findet Hasler. Die Region leiste einen grossen finanziellen Beitrag an den Kanton, sei innovativ, biete viele Arbeitsplätze, aber auch Wohn- und Lebensraum in einem schönen intakten Raum. «Ich wünsche mir, dass das Fricktal und seine Anliegen in Aarau mehr wahrgenommen werden.»

Leider sei das politische Gewicht des Fricktals nur mässig, «auch wenn wir Grossräte uns parteiübergreifend sehr fürs Fricktal einsetzen». Der Verkehr und die Erschliessung an die öffentlichen Verkehrsmittel sei nach wie vor eine grosse Herausforderung.

Mein Wunsch für die Gemeinde

«Ich hoffe, dass es meine Gemeinde schafft, innovativ zu bleiben und die Herausforderung der Zukunft zu meistern», sagt Hasler. Sie denkt dabei besonders an die Herausforderung der Schule. «Hier braucht es Tagesstrukturen und eine intensivere Zusammenarbeit der Talgemeinden.»

Oder an die Umsetzung bei der Gesamtrevision der BNO. «Einzelne Partikularinteressen haben in einer solchen Revision keinen Platz», ist Hasler überzeugt.

Mein Wunsch an meinen Nachfolger

«Ich wünsche meinem Nachfolger viel Kraft, Ausdauer, aber auch Freude am neuen Amt», sagt Hasler. Ihr Rat: «Man sollte nichts persönlich nehmen, Menschen mögen, keinen Dank erwarten und nicht vergessen: Selbstkritik und Aufrichtigkeit sind die wichtigsten Tugenden eines Gemeinderates.»

Mein letzter Tag als Gemeindeammann

Am Montag hatte Kathrin Hasler ihre letzte Gemeinderatsitzung, am Dienstag und Mittwoch ihre letzten Sitzungen in der Regionalplanung. «Die Vorstandsarbeit in der Regionalplanung habe ich sehr geschätzt», sagt sie. Etwas Wehmut komme schon auf, so Hasler, und sagt es mit Wolfgang Schnitzler: «Aber der Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange auf ihn freut.»

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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