Oberhof
Gemeinde will Beteiligung an Gaststätte loswerden

Die öffentliche Hand besitzt am einzigen Restaurant im Dorf, dem «Adler», einen Aktienanteil von 80'000 Franken, und gleichzeitig hat sie im Jahr 2007 ein zinsloses Darlehen über 20'000 Franken gewährt.

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Gemeinde Oberhof will Aktienanteil am Gasthof Adler veräussern. chr

Gemeinde Oberhof will Aktienanteil am Gasthof Adler veräussern. chr

Eine jener Gemeinden, die sich an einer Gaststätte beteiligt hat, ist Oberhof. Doch jetzt will der Gemeinderat die Beteiligung an der Gasthof Adler AG abtreten. Selbstverständlich nur an einen Investor, der bereit ist, den «Adler» mit den beiden verbleibenden Investoren im jetzigen Sinne weiter zu betreiben. Bliebe die Einwohnergemeinde Oberhof der Aktiengesellschaft erhalten, würden in nächster Zukunft wohl nur die nötigsten der anstehenden Unterhaltsarbeiten ausgeführt werden können, da die Gemeinde gegenwärtig andere finanzielle Prioritäten hat. So kommt denn nur eine Veräusserung der «Adler»-Beteiligung infrage, damit die beiden anderen Aktionäre mit einem Investor die Sanierungspläne umsetzen können.

Gründung im Jahr 2006

Im Jahr 2006 haben Anton Reimann, Rolf Stephani und die Einwohnergemeinde Oberhof die Gasthof Adler Oberhof AG gegründet, um die betreffende Liegenschaft erwerben zu können. Denn die Gemeinde hatte grosses Interesse daran, dass dem Dorf das Restaurant als Treffpunkt erhalten bleibt. Die drei Investoren sind zu je einem Drittel an der AG beteiligt.

An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 7. Juli 2006 wurde die Beteiligung an der AG mit 40000 Franken beschlossen und gleichzeitig die Solidarbürgschaft für das Grundstück eingegangen. Das Aktienkapital wurde anschliessend von 120000 auf 240000 Franken erhöht. Einem Antrag des Gemeinderats für den Gemeindeanteil hat die Gemeindeversammlung vom 28. November 2008 entsprochen. Die Beteiligung der Gemeinde an der Gasthof Adler Oberhof AG beträgt somit 80000 Franken, plus ein zinsloses Darlehen in der Höhe von 20000 Franken seit dem Jahr 2007.

Nötigster Unterhalt ist gemacht

Seit der Übernahme des «Adlers» konnten die nötigsten Unterhaltsarbeiten im Gebäude vorgenommen werden: Sanierung der Toilettenanlagen, Fassaden, Schlosssaal und anderes. Mit den Einnahmen aus dem Pachtverhältnis können zwar die laufenden Kosten beglichen, jedoch keine umfassenden Sanierungen und Investitionen getätigt werden. Doch an der Liegenschaft stehen weitere Arbeiten an, etwa die Sanierung der Küche, der Wirtewohnung, des Obergeschosses, allenfalls ein Wohnungseinbau und so weiter. Um weitere Investitionen tätigen zu können, werden finanzielle Mittel benötigt. «Ein potenzieller Investor, welcher das Aktienpaket der Gemeinde übernimmt, ist noch nicht gefunden. Es gibt jedoch hin und wieder entsprechende Anfragen», so der Gemeinderat. Er wird diesen Donnerstag die Gemeindeversammlung um Ermächtigung ersuchen, zu gegebener Zeit den Aktienanteil veräussern zu dürfen, ohne die Einberufung einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung. (chr)

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