Die Gemeinde Frick und die Kontaktgruppe Asyl Frick haben ein entsprechendes Projekt initiiert und organisiert. Vorbild ist ein Projekt, das bereits in Aarau Erfolg hatte.

Die Kantonshauptstadt hatte vor rund einem Jahr ein ähnliches Projekt lanciert für die Asylsuchenden in der geschützten Operationsstelle (Gops). «Das Projekt brachte in Aarau viele positive Effekte», sagt der Fricker Gemeindeschreiber Michael Widmer. «Die Asylsuchenden erhalten eine Tagesstruktur, können einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen und knüpfen Kontakte zur Bevölkerung.»

Auch die Arbeitgeber hätten die Unterstützung geschätzt. «Als die Gops in Aarau geschlossen wurde, meldeten sich sogar Arbeitgeber, die weiter Asylsuchende beschäftigen wollten», sagt Widmer. Ziel ist es nun, das bereits aufgebaute Netzwerk zwischen der Stadt Aarau und den Arbeitgebern für die Unterkunft in Frick weiter zu nutzen.

Gemeinde beteiligt sich finanziell

Auch für die Gemeinde bringe dieses Projekt Vorteile, ist Widmer überzeugt. Er betont: «Wir halten es für einen sinnvollen Beitrag an das gesamthafte Funktionieren der Unterkunft im Werkhof. Es ist keineswegs eine Reaktion auf Probleme, sondern vielmehr eine präventive Massnahme.» Die Gemeinde Frick beteiligt sich mit einem Beitrag von 3000 Franken jährlich am Projekt.

Die Unterkunft ist für drei Jahre vorgesehen. «Dieses Projekt wird bis zur Schliessung der Unterkunft laufen», sagt Widmer. Der Regierungsrat genehmigte im Oktober einen Beitrag von 75 000 Franken zulasten des Swisslos-Fonds. Ein weiterer Beitrag wird durch die Stiftung Pro Fricktal getragen.

Im Januar werden nun mögliche Arbeitgeber kontaktiert. Diese Aufgabe übernimmt ein Mitarbeiter der Sozialen Dienste der Stadt Aarau, der diesen Bereich bereits während des Aarauer Projekts betreute. «Dann wird sich zeigen, wie auf Seite der möglichen Arbeitgeber die Bedürfnisse aussehen und wo es Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. Anschliessend werden geeignete Asylsuchende vermittelt», erklärt Widmer.

Die Asylsuchenden erhalten für ihren Einsatz ein kleines Taschengeld und eine Arbeitsbestätigung. «Es handelt sich um kurze Einsätze, da die Asylsuchenden aufgrund ihres Status nicht arbeiten dürfen», sagt Widmer.

«Das Bedürfnis ist gross»

Die Kontaktgruppe Asyl werde Hilfestellung leisten, wo sie nötig und möglich sei, sagt Sprecherin Christine Fricker. So ist etwa vorgesehen, dass Freiwillige nach Bedarf Asylsuchende an ihren ersten Arbeitstagen an den Arbeitsort begleiten, bis sie den Weg kennen. Fricker freut sich auf das Projekt. «Das Bedürfnis ist sehr gross. Die Asylsuchenden sind froh, wenn sie etwas Sinnvolles machen können», sagt sie. Das habe sich zuletzt am Fricker Weihnachtsmarkt gezeigt, als Asylsuchende mitgeholfen haben. «Sie sind dankbar, wenn sie eine Aufgabe haben. Wir sind überzeugt, dass sich die Beschäftigung positiv auf das Zusammenleben in der Unterkunft auswirken wird», so Fricker.