Dichter bauen statt noch mehr grüne Wiesen opfern, lautet der Imperativ des revidierten Raumplanungsgesetzes. Für die Kantone bedeutet dies, dass sie ihren Baulandbedarf für die nächsten 15 Jahre ausweisen müssen. Verfügen sie über zu grosse Reserven, muss ausgezont werden – im Sinne eines haushälterischen Umgangs mit den Baulandreserven.

Die derzeitigen Berechnungen durch den Kanton ergeben, dass die Gemeinde Kaisten aufgrund des revidierten Raumplanungsgesetzes insgesamt 6 ihrer 10,5 Hektaren an Baulandreserven auszonen muss. Dies teilte Gemeinderat Oliver Brem an einer Informationsveranstaltung mit, an der das räumliche Entwicklungsleitbild der Gemeinde vorgestellt wurde. Hinter der Forderung des Kantons steckt die Annahme, dass die 10,5 Hektaren an Reservebauland der Gemeinde für 550 Personen ausreichen. Bis zum Jahr 2040 wird jedoch nur ein Bevölkerungswachstum von 300 Personen für die Gemeinde angenommen.

Zu hohe Forderungen

Für Gemeinderat Oliver Brem werden die Berechnungen des Kantons derzeit heisser gekocht als gegessen. Für ihn ist klar, dass die Zahlen noch nach unten korrigiert werden. «Natürlich hat der Kanton auch nur einen gewissen Pool an Baulandreserven, den er ausweisen darf. Da werden gerade zu Beginn – besonders an die ländlichen Gemeinden – Auszonungsforderungen gestellt, die zu weit gehen», sagt er. Wie viele Hektaren an Baulandreserven die Gemeinde tatsächlich auszonen muss, entscheidet sich voraussichtlich erst im Jahr 2020/2021, wenn die Gesamtrevision des Nutzungsplans dem Souverän zur Abstimmung vorgelegt wird.

Da man sich jedoch erst mit dem Entwicklungsleitbild der Gemeinde beschäftige – Brem geht davon aus, das dieses im März 2019 beschlossen wird –, stünde die Frage, welche Bauland-Parzellen ausgezont werden müssen, noch weit aussen vor. Klar ist für Brem jedoch auch, dass es zu Auszonungen kommen wird. Hierbei werde vornehmlich solches Bauland ins Auge gefasst, das an den Randzonen der Gemeinde liege und für eine Überbauung unattraktiv sei, weil beispielsweise Stromleitungen darüber führten.

Auch Grundeigentümer, die unüberbaute Grundstücke in hügeligen Lagen haben, müssen eher damit rechnen, dass diese ausgezont werden könnten. So heisst es im «räumlichen Zielbild» der Gemeinde unter der Überschrift «Weniger dichtes Wohnen in hügeligen Lagen», dass die dortigen Wohngebiete «gut in die Landschaft eingepasst» sind und sie «grosszügige private, naturnah gestaltete Aussenräume» aufweisen.

Mitwirkung für Leitbild läuft

Hingegen soll, so Brem, in der Ebene, in der Nähe des Ortskerns, eine Verdichtung angestrebt werden. «Der Ortskern ist der zentrale Begegnungsort der Gemeinde.» Daher eigneten sich die Gebiete Eichmatt, Rütene und Unterdorfstrasse für eine Überbauung besonders.

Momentan hat die Bevölkerung noch bis zum 5. Dezember Zeit, in einem freiwilligen Mitwirkungsverfahren ihre Meinung zum Entwicklungsleitbild zu äussern. «Dieser Einbezug ist uns wichtig», sagt Brem.