Grossprojekt
Gemeinde Möhlin investiert rund 27 Millionen Franken in die Schulhäuser

«Möhlin benötigt mehr Schulraum», so der Gemeindeschreiber Dieter Vossen. Beim Schulhaus Steinli ist darum nun ein Neubau geplant – und die Fuchsrain-Schulhäuser sollen dazu saniert werden

Nadine Böni
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Auf dem heutigen Pausenplatz mit dem Steinrad beim Schulhaus Steinli soll der Neubau erstellt werden.

Auf dem heutigen Pausenplatz mit dem Steinrad beim Schulhaus Steinli soll der Neubau erstellt werden.

Thomas Wehrli

Die Möhliner Stimmbürger werden an den kommenden Gemeindeversammlungen über dicke Traktanden entscheiden. Wie die Gemeinde in einer gestern verschickten Mitteilung schreibt, soll beim Oberstufenzentrum Steinli ein Neubau erstellt und sollen die Schulhäuser am Standort Fuchsrain saniert werden. Nach heutigen Erkenntnissen betragen die Kosten dafür rund 27 Millionen Franken.

«Möhlin benötigt mehr Schulraum, unter anderem auch wegen der Umstellung auf das System mit sechs Primar- und drei Oberstufenjahren», sagt Gemeindeschreiber Dieter Vossen. «Ausserdem sind die Schulhäuser am Standort Fuchsrain die ältesten Schulhäuser im Dorf.» Entsprechend schlecht sei ihr baulicher Zustand.

Nur noch ein Oberstufenstandort

Die Schulraum-Planung beschäftigt Möhlin schon einige Zeit. Unter anderem hat ein Planungsbüro im Auftrag des Gemeinderats in den vergangenen Monaten die Schülerentwicklung und die Schulraumsituation analysiert. Einer vertieften Abklärung bedurften dabei die Oberstufenstandorte Fuchsrain (Bezirksschule) und Steinli (Sekundar- und Realschule). Im Vordergrund stand die Frage, ob die Oberstufe an einem Standort konzentriert werden soll.

Diese Frage beantwortet eine Arbeitsgruppe – unter anderem mit Vertretern des Gemeinderats, der Schulpflege und der Schulleitungen – nun mit Ja: «Die Arbeitsgruppe kam zum Schluss, dass ein Neubau eines Oberstufenschulhauses Steinli und eine etappierte Sanierung des Primar- und Bezirksschulhauses die sinnvollste Lösung ist», heisst es in der Mitteilung des Gemeinderats.

In drei Jahren soll der Neubau beim Steinli auf dem Areal des jetzigen Pausenplatzes erstellt werden. Ist er fertig, zieht die Bezirksschule an den Standort Steinli. Dann wird das Bezirksschulhaus saniert und anschliessend als Primarschulhaus genutzt. Zuletzt folgt die Sanierung des heutigen Primarschulhauses Fuchsrain, das auch in Zukunft ein Primarschulhaus bleibt. Das gesamte Projekt soll 2025 abgeschlossen sein.

Am Mittwoch hat die Gemeinde die Lehrerschaft über das Vorhaben orientiert. Am 19. September folgt eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung (19 Uhr, Mehrzweckhalle Fuchsrain). Die Kredite für das Projekt sind auf die Gemeindeversammlungen im Sommer 2017 (Architekturwettbewerb) und Sommer 2018 (Verpflichtungskredit) terminiert.

Durch Landverkäufe finanziert

Schon an der Einwohnergemeindeversammlung im kommenden Winter steht allerdings eine erste für das Projekt mitentscheidende Abstimmung an. Der Neubau und die Sanierung sollen nämlich unter anderem durch Landverkäufe finanziert werden.

An der Wintergmeind 2016 entscheiden die Stimmbürger über den Verkauf des Areals Rüttenen (alter Sportplatz Riburg), ein Jahr später über das Gebiet Leigruben. Sie sollen insgesamt rund 14,5 Millionen Franken in die Möhliner Kassen spülen. «Die Finanzierung des Projekts ist nicht unerheblich von diesen Versammlungen abhängig», sagt Vossen.

Ebenfalls wegweisend wird die Referendumsabstimmung über den neuen Finanzausgleich und die Aufgabenteilung im Februar 2017. «Fällt diese positiv aus, wird die Gemeinde voraussichtlich jährlich mit 800 000 Franken entlastet», rechnet der Gemeinderat vor. Geld, das Möhlin angesichts der «sehr hohen Aufwendungen» für das Schulhaus-Gross-
projekt gut gebrauchen könnte.