Anfang Jahr führte die Gemeinde Stein zusammen mit der Fachhochschule St. Gallen eine Online-Umfrage durch, bei der Fragen rund um die Informations- und Kommunikationspolitik der Gemeinde im Zentrum standen. «Die Fachhochschule hat schweizweit Gemeinden für dieses Projekt gesucht», erklärt Gemeindeschreiber Sascha Roth. Neben Stein wurden auch die Gemeinden Gachnang (TG), Nottwil (LU) und St. Margrethen (SG) ausgewählt.

37 Antworten aus Stein sind im Verlauf der Umfrage eingetroffen. Bei 3157 Einwohnern kein grosser Rücklauf. Gemeindeammann Beat Käser gibt auch zu, dass er sich eine Teilnahme von mindestens zehn Prozent der Bevölkerung erhofft hätte. Er sagt aber auch: «Wir haben am wenigsten Einwohner der vier teilnehmenden Gemeinden und wir hatten den höchsten Rücklauf.» Zudem wisse er, dass Vereine und Gruppierungen teilweise die Fragen im Vorstand besprochen und dann eine Eingabe gemacht hätten.

Jüngere mit Social-Media abholen

Mittlerweile haben die Studenten gemeinsam mit den Gemeinden die Umfrage ausgewertet. «Ein Mehrwert dabei war der Erfahrungsaustausch der Gemeinden untereinander», so Roth. Zudem habe die Fachhochschule den teilnehmenden vier Gemeinden eine Vorlage für ein Kommunikationskonzept zur Verfügung gestellt. «Dieses werden wir nun mit unserem bereits bestehenden Konzept abgleichen», sagt Roth. Neben Eingaben «die generell alles super oder generell alles schlecht fanden», habe es zahlreiche konstruktive Inputs gegeben, so Käser. Diese habe man nun in der gemeinderätlichen Klausur besprochen und analysiert.

Gar nicht präsent ist Stein bislang auf Social-Media-Kanälen wie Facebook, Twitter oder Instagram. Nun soll geprüft werden, ob und wie diese Lücke geschlossen werden könnte. «Wir werden auf Personen zwischen 18 und 35 Jahren zugehen, um herauszufinden, was es braucht und worauf man auch verzichten kann», so Roth. Selbstverständlich müsse man dabei auch den Datenschutz und die rechtlichen Voraussetzungen im Auge behalten. Hinter der Idee steht nicht zuletzt das Ziel, jüngere Einwohner für die Gemeinde und die Gemeindepolitik zu interessieren. «Diese Altersgruppe ist in den Kommissionen kaum vertreten», so Käser. Vielleicht gelinge es, sie abzuholen und später für ein Amt zu gewinnen.

Ebenfalls attraktiver gestaltet werden soll künftig die Gemeindeversammlung. «Wir diskutieren über die Anfangszeit und über eine Trennung von Ortsbürger- und Einwohnergemeinde», so Roth. Auch Apéros im Anschluss an die Versammlungen seien denkbar. Vor der nächsten Gemeindeversammlung will man zudem aktiv darauf hinweisen, dass auch Gäste willkommen sind. «Viele ausländische Einwohner wissen dies gar nicht», so Roth.

«Brückenpost» wird beibehalten

Die vier Mal im Jahr erscheinende Gemeinde-Broschüre «Brückenpost» stosse grundsätzlich auf positive Resonanz und soll wie bis anhin beibehalten werden. «Allerdings wollen wir die Aktualität des Veranstaltungskalenders verbessern», so Roth. Dem Input, das Heft umfangreicher erscheinen zu lassen, könne man dagegen kaum Folge leisten. Der Aufwand für die Redaktionsmitglieder, die diese Arbeit nebenamtlich machen, sei bereits jetzt gross. Bereits umgesetzt ist die Massnahme, dass die Gemeinde «proaktiver» informieren will. In den amtlichen Publikationen werden künftig einmal pro Monat wichtige Schritte in laufenden Projekten der Gemeinde vermeldet.