Seit bald zwei Jahren gibt es in Wallbach ein Seilziehen um einen möglichen Bootssteg. Die aus rund 25 Mitgliedern bestehende Interessensgemeinschaft (IG) Bootssteg Wallbach wünscht einen solchen Steg. Der Gemeinderat hingegen sprach sich bereits Ende 2011 Gründen des Ortsbildes (Dorfkernzone von nationaler Bedeutung), Parkierung, Immissionen und so weiter in einem Vorentscheid-Verfahren gegen zwei mögliche Standorte aus. Diesen Entscheid focht daraufhin die IG beim Regierungsrat an. Erhielt von diesem Ende 2012 auch Schützenhilfe: ein Stegbau am Standort Brütschengasse-Chalch wurde nicht ausgeschlossen.

Wie der Gemeinderat nun mitteilt, reicht er gegen diesen regierungsrätlichen Vorentscheid (es geht noch nicht um eine Baubewilligung) Beschwerde beim Verwaltungsgericht ein. Nach wie vor würden keine genügenden Gründe vorliegen, die an den projektierten Standorten eine Ausnahmebewilligung für einen Bootssteg rechtfertigen. «Der Gemeinderat bleibt bei seiner Grundsatzhaltung, wonach an den projektierten Standorten aus bau- und zonenrechtlicher Sicht kein Bootssteg möglich ist und auch aus verfahrensrechtlicher Sicht der Weg über ein Baugesuch abzulehnen ist», hält der Gemeinderat an seiner Überzeugung fest.

IG ist enttäuscht

Vonseiten Interessengemeinschaft zeigt man sich über das Vorgehen enttäuscht. Der Weiterzug an das Verwaltungsgericht sei nicht ganz nachvollziehbar, tönt es von der IG, die am Montagabend über den Entscheid des Gemeinderats informiert worden war.
«Schliesslich hat der Gemeinderat der IG schriftlich empfohlen, einen rechtsfähigen Vorentscheid gemäss Baugesetz über den Standort zu erwirken. Ziel dieses Vorgehens wäre, dass durch diesen Vorentscheid ein Standort bestimmt wird, der dann für das eigentliche Baugesuchsverfahren für den Bootssteg nicht mehr infrage gestellt werden kann. Auf diese Empfehlung hin hat die IG dann die beiden diskutierten Standorte als Baugesuch eingereicht», teilen die Mitglieder der Interessengemeinschaft in einem Schreiben den Medien mit.

Gründung Bootsclub Wallbach

«Wir wollen nicht untätig sein», erklärt Christian Kaufmann gegenüber der Aargauer Zeitung. Was bereits vor zwei Jahren im Vorfeld der Vorabklärungen betreffend Bootssteg geplant war und durch den regierungsrätlichen Entscheid bestärkt wird, wird nun in die Tat umgesetzt. Am 11. März wird aus der IG Bootssteg Wallbach der Verein Bootsclub Wallbach.

Dem Vorstand werden neben Christian Kaufmann weiter Willi Kaufmann und Urs Hasler angehören. «Für uns ist es wichtig, als 100-prozentigen Dorfverein wahrgenommen zu werden», so Kaufmann. Zu 100 Prozent stammen auch alle bisherigen IG- und künftigen Vereins-Mitglieder aus dem Dorf.

Bereit für Gespräche

Vonseiten des künftigen neuen Dorfvereins ist man vor allem deshalb enttäuscht, weil die Gemeindebehörde nicht auf das Angebot eingetreten ist, Gespräche über Alternativen zu führen. Dass nun der teurere juristische Weg eingeschlagen wurde, wird bedauert. Letztlich würden ja diese Kosten von den Einwohnerinnen und Einwohner von Wallbach getragen. «Wir sind nach wie vor diskussionsbereit, auch um Alternativen anzuschauen», erklärt Christian Kaufmann.